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Wenn Shoppen zur Sucht wird und die Beziehung belastet

Wenn Kaufen zur Krankheit wird: Wie Kaufsucht (pathologisches Shoppen) die Beziehung gefährden kann und welche Möglichkeiten Partner und Angehörige haben, Betroffenen zu helfen, beschreibt beziehungsweise-Autorin Christiane Lénard. Inklusive Fallbeispielen, Merkmalen der Kaufsucht und Therapiemöglichkeiten

Wenn wir immer und überall einkaufen können und uns bargeldloses Bezahlen nicht mehr vor Augen führt, dass eigentlich kein Geld mehr da ist, wird es für einige schwer, dem kurzzeitigen Vergnügen zu widerstehen. Denn Kaufen, in großen Mengen und nicht am Bedarf und an den finanziellen Mitteln orientiert, kann helfen, Stress abzubauen. Zumindest kurzfristig scheint es so. Aber Kaufen kann zur Krankheit werden (Kaufsucht), die den Betroffenen, aber auch die Partnerschaft, schwer belastet.

Ein Fall von Kaufsucht

Schon wieder, denkt er, als er den Deckel der Mülltonne öffnet. Es war das dritte Mal in den vergangenen zwei Wochen. Mittlerweile versucht sie ihre Einkäufe zu vertuschen und vor ihm zu verheimlichen. Die Verpackungen, Kassenzettel und abgeschnittenen Etiketten schiebt sie unter den letzten Müllsack. Alles bekommt er wohl schon lange nicht mehr mit. Er sieht zwar, dass sie schon wieder ein neues Teil trägt, aber die Fragen danach hat er längst aufgegeben. Ihre Antworten sind ohnehin immer dieselben: „Das Shirt war genau das, wonach ich schon so lange gesucht habe. Es fehlte mir noch und passt perfekt zu dem gestreiften Rock.“ „Das Teil war runtergesetzt, ein Schnäppchen, das konnte ich mir nicht entgehen lassen.“ So oder ähnlich klingen die Argumente, warum der Kauf jetzt nötig war. Und dann wird das neue Shirt zu den vielen anderen in den Schrank gehängt und nie wieder angezogen. Er fand ihre Käufe schon immer unnötig, aber hat sich bisher immer damit beruhigt, dass sie ihr gut tun. Sie ist danach immer so ausgelassen und glücklich. Außerdem will er ja nicht knauserig erscheinen.

Wenn Shoppen zur Sucht wird

Es hat sich auch lange im Rahmen gehalten, sie hat gut verdient und ihr Geld dann ausgegeben. Aber nun ist das gemeinsame Konto leergeräumt. Sie sind schon derart in den Miesen, dass er nicht weiß, wie es weitergehen soll und wie viele Ratenkäufe noch abbezahlt werden, darüber schweigt sie. Immer, wenn er sie darauf anspricht, zeigt sie sich verständig und sagt, es war das Allerletzte, was sie sich gekauft hat und dann flattert kurze Zeit später wieder eine Kreditkartenabrechnung ins Haus. Mittlerweile packt sie ihre Einkäufe schon gar nicht mehr aus. Oft findet er ungetragene Klamotten, noch in Tüten verpackt, im Kleiderschrank, der schon lange aus allen Nähten platzt, im Keller oder auch im gemeinsamen Auto. Sie kann einfach nicht damit aufhören. Er muss sie doch irgendwie stoppen können. Sie verschulden sich und ihre Wohnung sieht aus wie eine Messie-Bude. Er mag schon keine Freunde mehr einladen, weil es ihm peinlich ist, dass überall Kartons umherstehen. Und mit seiner Freundin kann er auch nichts mehr anfangen, wenn sie nicht shoppen ist, dann sitzt sie vorm Computer und bestellt die Sachen online. Es scheint das einzige zu sein, was sie noch interessiert. Aber wie kann er sie nur zum Aufhören bewegen?

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Über den Autor/die Autorin

Christiane Lénard

Christiane Lénard studierte Psychologie und Soziologie und leitete seit 2010 die wissenschaftliche Abteilung von Parship. Als Matchmaking Expertin weiß sie alles darüber, wer mit wem und warum wie gut zusammenpasst. Ansonsten versucht die Wahlhamburgerin ihre beiden Kinder und ihren Ehemann davon zu überzeugen, wie großartig es ist, im Dauerregen spazieren zu gehen. Da dies in der Regel erfolglos bleibt, vertreiben Sie sich stattdessen die Zeit damit, skurrile Interior- und Designläden aufzuspüren.