Wie du freundlich nach mehr Zeit für dich bittest

Jeder Mensch ist zuweilen hin- und hergerissen zwischen dem Wunsch nach Verbindung und dem Wunsch nach Autonomie. Wie man das dem Partner sagt und warum das Wort “Freiraum” dabei besser nicht vorkommt, erklärt Jana Seelig.

Die Corona-Pandemie hat die Welt nach wie vor fest im Griff. Auch wenn wir uns zusehends an die „neue Normalität“ gewöhnt haben und uns unser plötzlich ganz andersartiger Alltag nach einem halben Jahr mit unerwarteten und ungewohnten Regelungen nun, naja, fast alltäglich erscheint, so verbringen wir doch viel mehr Zeit mit unseren Partnern (oder anderen Mitbewohnern).

Das liegt zum einen natürlich daran, dass ein Großteil von uns seit geraumer Zeit im Home Office arbeiten darf (oder muss). Zum anderen daran, dass wir zur Verringerung der Ausbreitung von Covid-19 unsere zwischenmenschlichen Kontakte auf ein absolutes Minimum beschränken sollten. Selbstverständlich wählt man, wenn man in einer festen Beziehung ist, in einem solchen Fall den festen Partner oder die feste Partnerin aus, um einem während der Zeit der Quarantäne Gesellschaft zu leisten und der Einsamkeit zu entfliehen.

So gut es allerdings auch ist, in Zeiten wie diesen nicht allein zu sein, so erdrückend kann die Situation sich doch gestalten, wenn man plötzlich Tag und Nacht aufeinanderhängt. Das gilt natürlich nicht nur während einer Pandemie, sondern in Partnerschaften allgemein. Manchmal braucht man einfach ein wenig Zeit für sich allein. Doch wie teilt man das seinem Partner oder seiner Partnerin eigentlich mit, dass man gerade allein sein will?

Der Wunsch nach “me time”

Zunächst einmal sollte man ganz genau wissen, wie die Zeit für sich alleine aussehen soll. Je mehr man dem Partner oder der Partnerin über die eigenen Bedürfnisse erzählen kann, desto mehr Verständnis von deren Seite kann man erwarten. „Ich brauche Zeit für mich!“, kann schnell sehr harsch wirken. „Ich würde mich gerne für zwei Stunden alleine mit einem Buch verkriechen!“ oder „Ich möchte gerne eine Runde laufen gehen und dabei für mich sein!“ ist spezifischer und lässt den oder die Liebste nicht mit dem Gefühl zurück, dass an der Beziehung selbst etwas falsch sei.

Je spezifischer die Formulierung und die Bitte an das Gegenüber ist, desto einfacher ist der Wunsch nach mehr „me time“ erfüllbar. „Zeit“ oder auch „Raum“ für sich selbst zu benötigen, kann schließlich alles heißen – von einfach nur mal zehn Minuten für sich selbst zu meditieren bis hin zum Schlussmachen.

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