Warum ich meinem Partner öfter Danke sagen möchte – und Sie das auch tun sollten

Sie sind einigermaßen gut erzogen und die gängigen Manieren sind Ihnen geläufig. Sie bedanken sich also artig, wenn Ihnen jemand die Tür aufhält und auch bei Ihren Eltern, wenn diese eine Postkarte aus dem Urlaub schicken. Gute Voraussetzungen. Wieso kommen uns dann ausgerechnet beim wichtigsten Menschen, unserem Partner, Dankesworte so selten über die Lippen?

Ein klitzekleines Wort, das manche einfach so dahinsagen – und andere nur in Ausnahmefällen aussprechen: Danke. Es kann so vieles. Und ist viel mehr als nur eine Form von Höflichkeit.

Aber beginnen wir von vorn: Dankbarkeit kommt in unserem Alltag zu kurz. Was sieht man täglich auf dem Weg zur Arbeit? In der U-Bahn lauter Motzköpfe. Auf den Straßen Autofahrer, die aggressiv hupen. In der Fußgängerzone Menschen, die an Straßenmusikanten und Obdachlosen vorbeihetzen, und sich rücksichtslos anrempeln.

Und alle so:

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Wie wäre stattdessen folgende Vorstellung: Die junge Frau, die einer älteren Dame ihren Sitzplatz anbietet und dafür ein „Danke, sehr lieb“ erntet statt eines Herumwedelns mit dem Behindertenausweis. Der Porsche-Fahrer, der die Familie im abgerockten Fiat nett lächelnd einfädeln lässt und seine überlegenen PS-Zahlen dabei außen vor lässt. Leute, die lächelnd einer Truppe Gitarristen lauschen, applaudieren und, ganz vielleicht, sogar den Rhythmus mitklatschen und zusammen mit ein wenig Kleingeld auch ein „Danke, das hat Spaß gemacht“ da lassen statt sich zu fragen, ob die das überhaupt in der Öffentlichkeit dürfen und eine Genehmigung vorliegt.

Und jetzt alle so:

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Danke bedeutet einander wahrnehmen

Wäre es nicht schön, wenn wir im Alltag einmal innehalten würden? Dankbar wären, für all die Kleinigkeiten, die uns umgeben? Dafür, dass wir jede erdenkliche Köstlichkeit im Supermarkt um die Ecke kaufen können. Für die Kollegin, die uns Süßigkeiten mitbringt. Für die Großeltern, die uns jedes Jahr einen Nikolaus-Strumpf schicken, obwohl wir schon lange nicht mehr an Weihnachtsmärchen glauben. Für die beste Freundin, die uns stundenlang und unermüdlich zuhört, wenn wir das x-te Mal das gleiche Beziehungsproblem mit ihr besprechen. Und für unseren Lieblingsmenschen, der uns selbst an schlecht gelaunten, zickigen Tagen liebt.

Danke glättet die Wogen und verbindet

Apropos schlechte Tage: Ich stelle hier die steile These auf, dass ein Paar, das sich regelmäßig beieinander bedankt, miese Zeiten besser übersteht. Man baut sozusagen einen Puffer auf, der die Stöße des Alltags abfedert. Der Beziehungsforscher Gottman postulierte die 5:1-Regel: Ein negatives Ereignis muss in der Beziehung von fünf positiven aufgewogen werden. Puh, ganz schön was zu tun, oder? Warum nicht gleich damit anfangen und vorbeugen?!


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