Wenn Mutterglück vom Geburtstrauma überschattet wird

Wie können Traumata bei der Geburt vermieden werden?

Klar dürfte sein, dass es nicht nur darum gehen kann, dass das Kind gesund zur Welt kommt. Das reicht einfach nicht. Denn wenn die Mutter es nach einem für sie traumatischen Geburtserlebnis nicht versorgen kann, dann wird das Kind nicht lange gesund bleiben. Hier geht es vor allem um das seelische Erleben und die Bindung zwischen Mutter und Kind, die durch derartige Erfahrungen nachhaltig gestört werden kann. Das Kind ist aber nicht nur körperlich, sondern vor allem psychisch von der Liebe und empathischen Fürsorge seiner Eltern abhängig. Traumatisierte Eltern können aber gerade das nicht leisten.

Wie können also traumatische Erlebnisse vermieden werden? Das Wichtigste sind sicher geschulte und empathische Geburtshelfer. Und vor allem auch genug davon. Wenn, wie es leider oft der Fall ist, die Kliniken unter Personalmangel leiden und eine Hebamme drei Frauen in der Geburt gleichzeitig zu betreuen hat, dann ist sie damit zwangsläufig überfordert. Überforderung führt zu Stress und nicht nur zu Fehlern, sondern auch dazu, dass die Geburtshelferin nicht mehr empathisch auf jede Frau eingehen kann.

Da jedes Wort, in solch einer sensiblen und existenziellen Situation wie einer Geburt, von den werdenden Eltern auf die Goldwaage gelegt wird, ist es auch notwendig, Hebammen und Ärzte in gewaltfreier Kommunikation zu schulen und diese selbst bei komplizierten Verläufen nicht aus den Augen zu verlieren.

Es gibt einige Initiativen, die sich mit der Verbesserung der Geburtshilfe befassen. Der Verein Mother Hood e.V. hat dazu einen 10-Punkte-Plan zur Verbesserung der zugrunde liegenden Rahmenbedingungen entwickelt.

Sicher liegt ein Fehler aber auch im System selbst. Christina Mundlos, die Autorin des Buches „Gewalt unter der Geburt: Der alltägliche Skandal.“, sagt: „Wir haben eine komplette Fehlfinanzierung im Gesundheitssystem. Es werden aus finanziellen Gründen Eingriffe vorgenommen, die medizinisch nicht notwendig sind.“ (3)

Es geht darum, medizinische (Routine-) Interventionen, die nicht unbedingt notwendig sind, möglichst zu vermeiden und nur dann anzuwenden, wenn die Gebärende Alternativen aufzeigend und wohlwollend informiert wurde.

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