Mama, wie geht das mit dem „Babymachen“?

Kinder haben Fragen, machen sich Gedanken und beschäftigen sich mit ihrem Körper. Gar nicht so einfach, entspannt und immer richtig darauf zu reagieren. Was Eltern über kindliche Sexualität wissen sollten.

Lesen Sie in diesem Artikel:

Mein Mann und ich schauen uns fragend an. Ich lese in seinem Blick „Bitte sag Du jetzt was dazu!“ Ich habe aber keine Ahnung, was ich sagen könnte und schaue ihn mindestens genauso ratlos an. Unser Blick wandert wieder zu unserer vierjährigen Tochter, die bäuchlings auf dem Sofa liegt, die Hände zwischen ihren Beinen und sich ausgiebig rubbelt. Nur, dass es nicht unser Sofa ist, sondern das des Geschäftspartners meines Mannes, bei dessen Familie wir gerade zu Besuch sind. Und wir alle sitzen am Tisch direkt daneben. Also so richtig privat und intim ist die Situation gerade nicht. Unsere Tochter hat damit allerdings kein Problem und macht fröhlich weiter mit ihrer Selbststimulation.

Zum Glück bemerkt die Frau des Geschäftspartners unsere Gesichter und die töchterliche Aktivität und holt uns locker aus unserer etwas schambesetzten Lage. „Ach, das kenne ich, unsere Mädels haben das auch ständig und in aller Öffentlichkeit gemacht. Das geht vorbei.“ Eis gebrochen, Schamgrenze auch, aber immerhin reden wir jetzt darüber, wie man damit umgehen kann und in welch peinliche Situationen uns unsere Kinder schon gebracht haben. Am Ende des Abends ist uns klar, wir sollten uns langsam mit dem Thema „Sexualentwicklung“ unserer Kinder auseinandersetzen.

Dabei bleibt es. Irgendwann sicher, aber jetzt schon?

Sexualentwicklung von Kindern

Bis gestern meine beziehungsweise-Redaktion auf mich zukam und fragte, ob ich nicht einen Artikel zu diesem Thema schreiben könnte. Puuh! Da ist es wieder. Soll wohl so sein. Warum bin ich eigentlich so wenig offen für dieses Thema, immerhin halte ich mich für aufgeklärt, sexuell unbefangenen und gar nicht verklemmt? Seltsam. Bei den eigenen Kindern fühlt es sich irgendwie anders an.

Darüber wissen weder mein Mann noch ich etwas. Da nützen weder Psychologie-, Soziologie- noch zwei Medizinstudiengänge. Klar, die Etappen der kindlichen Entwicklung und über die Ausbildung der Geschlechtsidentität, die infantile Sexualität und ihre Bedeutung für unser ganzes Leben (Sie wissen schon, Sigmund Freud und so), darüber wissen wir grob und vor allem theoretisch Bescheid. Aber was das in der praktischen Umsetzung und vor allem bei unseren Kindern bedeutet, davon haben wir keine Ahnung. Aber andere! Wie ich nach kurzer Recherche erleichtert feststellen konnte. Es gibt wirklich reichlich und sehr gute Literatur aus dem Bereich der Pädagogik, die darüber Auskunft gibt. Und dazu ganz praktische Handlungsempfehlungen. Herrlich. Her damit!

Wie wird das Thema eigentlich in der Kita gehandhabt?

Aber zuerst rufe ich in unserer Kita an und frage zum einen, wie man in so einem Fall, wie dem oben geschilderten, reagieren sollte und wie das generell so gehandhabt wird mit der Sexualerziehung. Immerhin haben Kinder Fragen, sehr viele Fragen. Und unsere Kita hat Antworten. Viele Antworten. Ich bin begeistert. Das Thema ist im pädagogischen Konzept verankert und die Erzieherinnen darin geschult. Auch praktisch kann man mir weiterhelfen, z.B. nicht schimpfen oder das Verhalten verurteilen oder das Kind zum Aufhören zwingen. Ha, schon mal nichts falsch gemacht. Aber das sagt einem ja auch schon die Intuition, das daran an sich nichts Falsches ist. Nur haben Kinder und Erwachsene eben einen anderen Umgang damit.

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