Wenn der Pärchenabend zum Spieleabend wird

Paar beim Spieleabend
Der Lockdown hat uns immer noch fest im Griff und der romantische Pärchenabend im schicken Restaurant ist noch in weiter Ferne. Warum also nicht die heimische Date Night zum Spieleabend umfunktionieren? Wir haben dafür zwei Spieletipps für euch, die besonders für Paare geeignet sind

Ohne Babysitter und Ausgehmöglichkeiten sind aktuell die Optionen für den Pärchenabend immer noch massiv eingeschränkt, aber auch der Spieleabend mit Freunden oder anderen Paaren fällt zurzeit leider flach. Also was tun? Warum nicht einfach beides kombinieren und den Partner zu einer Spielerunde herausfordern. Und keine Sorge, wir kommen euch jetzt nicht mit Schach oder „Mensch ärgere dich nicht“.

In den letzten Jahren sind einige spannende Brettspiele erschienen, die gezielt für zwei Personen entwickelt wurden und sich somit perfekt für Paare eignen. ASS Altenburger, die mit Lookout Spiele einen Spezialisten in diesem Bereich im Vertrieb hat, hat uns freundlicherweise die beiden Spiele Patchwork und Mandala zur Verfügung gestellt. Wir haben uns die Gelegenheit natürlich nicht entgehen lassen und für euch Probe gespielt.

Patchwork

Das Setting von Patchwork wirkt auf den ersten Blick wenig aufregend. Die Spieler müssen aus Stoffresten und Lederflicken eine tolle Patchwork-Decke zusammennähen. Aha.

Das Spiel von Erfolgsautor Uwe Rosenberg besticht aber durch eine clevere Spielmechanik, die den Spielern ein ständiges Abwägen der nächsten Schritte abverlangt. Die Regeln sind schnell verstanden, aber mit jeder Runde erschließen sich neue taktische Kniffe.

Wie funktioniert Patchwork?

Beide Spieler erhalten zu Beginn eine noch „leere“ Decke, die aus 9×9 Feldern besteht und nach und nach mit einigen der 33 Flicken bestückt werden will. Die Form der Flicken variiert dabei stark und die Platzierung auf der eigenen Decke wird zunehmend knifflig.

Neben den Flicken muss man aber auch die Knöpfe im Auge behalten, diese stellen die Währung des Spiels dar und werden benötigt, um neue Flicken zu erwerben.

“Eines der besten Spiele für zwei Personen … Innovativ, abwechslungsreich und liebevoll gestaltet.”

brettspiel-magazin.de

Mit jedem Zug wandern die sogenannten Zeitsteine der Spieler auch ein Stück weiter. Sobald diese das Ende erreicht haben, erfolgt die Schlusswertung. Jeder Knopf bringt einen Pluspunkt.

Jedes noch freie Feld auf der eigenen Decke bedeutet zwei Minuspunkte. Man sollte also nicht allzu viele “Löcher” in der Decke haben. Der Spieler mit den meisten Punkten gewinnt das Spiel.

Der Paarfaktor: Patchwork kann fast schon kooperativ gespielt werden. Jeder versucht dann, die eigene Decke möglichst komplett und mit schönem Muster zu vervollständigen. Andererseits kann man den Partner aber auch ganz schön in Bedrängnis bringen, wenn man ihm das perfekt passende Teil vor der Nase wegschnappt…


Eckdaten: Patchwork
Autor: Uwe Rosenberg
Alter: ab 8 Jahre
Anzahl Spieler: 2
Spieldauer: 15-30 Min.
Nominierung: „INTERNATIONAL GAMERS AWARD – Two Player Nominee 2015“
Empfehlungsliste: „Spiel des Jahres 2015
Das Spiel ist hier erhältlich.

Mandala

Ein weiteres Spiel mit einem ungewöhnlichen Konzept verbirgt sich hinter Mandala. Lt. Wikipedia versteht man unter einem Mandala ein “figurales oder in der Form des Yantra aufgebautes geometrisches Schaubild, das … eine magische oder religiöse Bedeutung besitzt. Ein Mandala ist meist … kreisrund und stets auf einen Mittelpunkt orientiert.”

Ganz so spirituell geht es in dem von Trevor Benjamin und Brett J. Gilbert entwickelten Spiel nicht zu. Es handelt sich vielmehr um ein taktisches Kartenspiel in dem 2 Personen gegeneinander antreten und versuchen müssen, dem gegenüber immer einen Schritt voraus zu sein.

Wie funktioniert Mandala?

Beide Spieler erschaffen in diesem Spiel Mandalas auf einem Spielfeld. Das Spielfeld liegt in der Mitte und besteht aus einem bedruckten Stoff. Die Mandalas entstehen während des Spiels aus Karten, die die Spieler klug auf dem Spielfeld platzieren müssen, um möglichst viele Punkte damit zu erzielen.

Auf dem Spielplan sind zwei Mandalas sowie ein “Fluss” und ein “Kelch” abgebildet. Die Mandalas bestehen wiederum aus drei Bereichen, dem Zentrum in der Mitte und je einem Feld für beide Spieler. Pro Zug hat man drei mögliche Aktionen zur Auswahl. Entweder ihr legt eine Karte in das Zentrum eines der beiden Mandalas und zieht im Anschluss bis zu drei Handkarten nach. Oder ihr spielt eine beliebige Anzahl von genau einer Farbe aus eurer Hand in einen eurer persönlichen Bereiche. Ihr könnt euch aber auch dafür entscheiden, keine Karten in die Mandalas zu legen und stattdessen eine beliebige Anzahl Karten einer Farbe auf den offenen Ablagestapel zu legen und entsprechend viele Karten nachzuziehen.

Wird eines der beiden Mandalas vervollständigt, indem alle sechs Farben darin vorkommen, so beginnt das Ritual der Zerstörung. Der Spieler, der am meisten Karten in seinem persönlichen Bereich liegen hat, beginnt und jeder nimmt abwechselnd die Karten einer Farbe aus dem Zentrum und fügt diese dem eigenen Fluss oder Kelch hinzu. Die Position hat dabei Einfluss auf die Wertung. Gespielt wird bis entweder der Nachziehstapel aufgebraucht ist oder einer der Spieler alle Farben in seinem Fluss hat…

Der Paarfaktor: Desto besser man seinen Partner kennt, umso leichter fällt es, die Züge des anderen vorherzusehen und entsprechend zu reagieren. Geht der Partner eher auf Sicherheit oder sitzt euch ein waschechter Zocker gegenüber, der keinem Risiko aus dem Weg geht?


Eckdaten: Mandala
Autor: Trevor Benjamin & Brett J. Gilbert
Alter: ab 10 Jahre
Anzahl Spieler: 2
Spieldauer: ca. 30 Min.
Das Spiel ist hier erhältlich.

Noch eine Erkenntnis zum Schluss: Spielen ist gesund für die Beziehung

Der Spieleabend macht übrigens nicht nur Spaß, sondern wirkt sich auch positiv auf die Beziehung aus. In einer Studie der Uni Halle und der Pennsylvania State University fanden die Forscher heraus, dass „Verspieltheit“ zu positiven Emotionen führt und diese wiederum dazu, dass die Liebe frisch bleibt. Außerdem seien verspielte Menschen besser in der Lage, zwischenmenschliche Spannungen abzubauen und das Konfliktpotential in der Partnerschaft so niedrig zu halten.

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