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Warum sollen Männer eigentlich immer die Richtung vorgeben?

Ich habe das große Glück, in einer Beziehung zu sein, die in allen Punkten gleichberechtigt ist. Das heißt, ich kriege ganz oft, was ich will, nicht immer, doch das ist ok, denn Kompromisse machen vermutlich einen großen Teil von dem aus, was Partnerschaften auch auf Dauer sehr gut funktionieren lässt. Es geht aber nicht all meinen Freundinnen so. Tatsächlich höre ich sehr oft, dass die Frauen in meinem Umfeld sich Partner wünschen, die sich aktiver in die Beziehung einbringen und das Gefühl haben, viel alleine machen zu müssen.

Nicht nur in Sachen Haushalt und Kinder, sondern auch, wenn es um alltägliche Dinge geht, wie zum Beispiel das Restaurant auszusuchen, in dem man die allmonatliche Date Night verbringt, oder einen gemeinsamen Tag zu planen. Viele meiner Freundinnen berichten mir regelmäßig davon, dass sie ihren Partnern metaphorisch auf dem Kopf rumtanzen können und von ihm dennoch keine Grenzen gesetzt bekommen. In dem Fall kann ich schon verstehen, warum man sich dann doch einmal ein „Nein!“ wünscht und ein bisschen mehr Halt(ung).

„Wenn ich tun und lassen kann, was ich will, ohne dass mein Freund mir auch mal Einhalt gebietet, fühlt es sich für mich so an, als sei ich Single – obwohl ich in einer Beziehung bin!“, ließ eine Bekannte vor Kurzem nach zwei bis drei Gläsern Weinschorle fallen. Sie erklärte mir, dass, auch wenn ihr Freund sie auf Händen trage, sie manchmal das Gefühl habe, er würde sie gar nicht richtig lieben, weil er ihr immer nach dem Mund redet, sie niemals kritisiert und in all ihren Entscheidungen unterstützt. „Ich könnte heute meinen Job kündigen und sagen, dass ich nach Australien ziehe und er würde sagen ‚Klasse, Schatz, lass uns das tun!‘“, fuhr sie fort. „Wie soll ich ihn denn da noch ernst nehmen?“

Im ersten Moment klingt es zunächst paradox, dass diese Freundin sich so über ihren Partner beschwert, während am Tisch noch zwei andere Frauen sitzen, die regelrecht um die Aufmerksamkeit und emotionale Unterstützung ihrer Partner kämpfen müssen. Bei einem weiteren Blick darauf fällt jedoch auf: Wenn alles „smooth“ läuft und man vom Partner fast wortwörtlich die Welt zu Füßen gelegt bekommt, ist das auch irgendwie doof.

Sind Frauen also einfach immer unzufrieden, ganz egal, was sie bekommen? Können Männer heutzutage denn wirklich gar nichts mehr richtig machen? Ist das dieser Vaterkomplex, von dem immer alle reden? Oder ist an dem Dilemma nur der Feminismus schuld? Ich denke, dass es auf all diese Fragen nicht nur eine richtige Antwort gibt. Am Ende des Tages hat doch jede Person ihre eigenen Vorstellungen davon, wie die „perfekte“ Beziehung auszusehen hat, und jedes Paar hat das Recht darauf, selbst zu bestimmen, wer den Ton angibt. Ich persönlich bleibe allerdings dabei, dass es für mich und meine Partnerschaft am besten ist, wenn alles gleichberechtigt läuft – also jeder einmal führt und jeder auch mal nachgibt.

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Über den Autor/die Autorin

Jana Seelig

Jana Seelig ist jung und schön, sie hat einen großen Freundeskreis, sie liebt ihren Beruf – und sie hat Depressionen. Es gibt Tage, an denen geht gar nichts. Dann muss sie sich oft gut gemeinte Ratschläge anhören, die zeigen, wie wenig ihr Umfeld eigentlich versteht, wie es ist, wenn man nichts mehr fühlt.