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Habe ich beim Dating ein Recht auf Ehrlichkeit?

„Woran bin ich bei dir? Was verheimlichst du mir? Sagst du überhaupt die Wahrheit?“ Was sich die meisten beim Dating wünschen, ist Ehrlichkeit – und sie haben ein Recht darauf!

Ich muss zugeben – lange Zeit wusste ich gar nicht, was „Dating“ genau heißt. Bis dahin war das Zusammenkommen, sagen wir mal, stets sehr schnell gegangen. Eine Dating-Phase, in der man sich wochenlang beschnupperte und kennenlernte, um schließlich irgendwann das Herz zu befragen, ob diese „Geschichte“ eine Fortsetzung verdient habe, gab es bei mir nie. Entweder es gab einen echten verbindlichen Kaltstart oder die Wege trennten sich. Das mag in meinem Fall Zufall gewesen sein.

Aber eines Tages lernte ich schließlich in England eine Brasilianerin kennen, die mir von ihren früheren Beziehungen erzählte und dabei einmal die Phrase „I was dating that guy“ fallenließ. Ich fragte sie, was sie unter „Dating“ verstehe und sie antwortete: „Das ist die Zeit, in der man den Anderen kennenlernt, ohne ihn bereits mit einem Netz fangen zu wollen. Eine Zeit, in der alles möglich ist und man Anziehung verspürt trotz aller Ungewissheit, in der man sich nicht sicher kann, dass der Andere wirklich so ist, wie er sich gibt.“

Diese „Anziehung trotz aller Ungewissheit“ ist mir seitdem nicht mehr aus dem Kopf gegangen und ist bis heute die gelungenste Übersetzung, die ich kenne. Dating ist wie das Betreten eines Bergwerks. Unsere kleine Helmleuchte vermag dabei nie mehr als die unmittelbare Umgebung auszuleuchten. Was da alles vor uns in der tiefen Dunkelheit verborgen liegt, wissen wir nicht. Und irgendwie ist ja gerade das Erforschen des Unbekannten das, was Dating so spannend macht.

Trotzdem kann uns das Ganze auch gehörige Angst bereiten. Denn Schritt für Schritt tragen wir beim Dating ja auch unser Herz immer tiefer in den Berg, in fremdes Terrain hinein. Da ist es gut, wenigstens ein bisschen Gewissheit zu haben, worauf wir uns da gerade potenziell einlassen.

Allerdings, und das scheint leider ein Phänomen unserer Zeit zu sein, dürfen wir uns heutzutage immer weniger sicher sein, dass uns der unterirdische Kosmos, den wir just betreten haben, auch wohlgesonnen ist und mit Respekt begegnet.

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Über den Autor/die Autorin

André Martens

André Martens ist Philosoph und Psychologe. Er schreibt leidenschaftlich gern - nicht zuletzt über die Liebe. Ob wir uns diesem Phänomen mit Worten tatsächlich annähern können, ist seine große Lebensfrage. Und solange er die Antwort nicht kennt, schreibt er fleißig weiter.