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Warum Frauen sich miteinander solidarisieren sollten!

Das ständige Rumgezicke unter Frauen nervt. Unsere Autorin Jana Seelig erklärt, warum sich Frauen manchmal doch eine Scheibe vom Miteinander unter Männern abgucken sollten

Als ich jünger war, konnte ich andere Frauen nicht leiden. Ihr weibliches Auftreten, ihre ständigen Heulkrämpfe, wenn sie zwei Zentimeter ihrer Haarpracht beim Friseur lassen mussten und ihr ewiges Rumgezicke darüber, wer die Schönste und Tollste war und wer bereits mit einem Jungen Händchen gehalten hatte, waren mir zuwider. Ich war stolz darauf, kein typisches „Mädchen“ zu sein und hatte für meine Klassenkameradinnen, die gerne in rosa Kleidchen zur Schule gingen und ihre Notizen fein säuberlich in bunten Farben unterstrichen, nur Verachtung übrig.

In meiner Freizeit hing ich ausschließlich mit Jungs ab, lernte Skateboard zu fahren und trug Jeans, die an den Knien zerrissen waren. Ich war in der dritten oder vierten Klasse und wusste zu diesem Zeitpunkt noch nicht, was Misogynie bedeutet, aber ich hatte sie bereits verinnerlicht und praktizierte sie in Perfektion. Dabei hasste ich nicht nur die anderen Frauen, ich hasste auch mich selbst und verleugnete aus diesem Grund meine eigene Weiblichkeit.

Frauen zicken, Männer nicht

Misogynie ist der Oberbegriff für die geringere Relevanz oder Wertigkeit von Frauen. Grob übersetzt bedeutet er so viel wie „Frauenhass“. Wir alle wachsen damit auf, ob wir nun wollen oder nicht. In der gesellschaftlichen Hierarchie stehen Frauen nach wie vor hinter den Männern, und das nicht nur, was die Bezahlung im Job angeht. Das Patriarchat steckt in allen von uns und äußert sich eben unter anderem darin, wie wir – auch als Frauen – andere Damen bewerten und behandeln. Selbst angehörige unseres eigenen Geschlechts als „Zicken“ zu bezeichnen, ist misogyn, auch wenn es hier und da vielleicht einen wahren Kern hat.

Männer gehen untereinander häufig anders miteinander um als Frauen das tun. Das liegt vermutlich an ihrer Erziehung und auch an der Tatsache, dass sie nie mit Männern und Frauen konkurrieren mussten, sondern eben nur mit anderen Kerlen. Wir Mädchen hingegen bekamen von klein auf erzählt, dass wir schlechter seien als die Jungs, uns deshalb mehr anstrengen müssten, dass Mädchen schwach seien – und wahrscheinlich aus genau diesem Grund versucht, zuallererst andere Mädchen auszustechen. Egal um was es geht. Gegen die Jungs hätten wir ja sowieso keine Chance gehabt.

Frauen gegen Frauen ist doch Mist

Egal ob meine These jetzt nun stimmt oder nicht: mit dem Hass von Frauen gegen Frauen muss endlich Schluss sein. Auf Facebook, Twitter und insbesondere Instagram lese ich immer wieder Kommentare von Frauen, die den Körper oder die Outfits anderer Frauen kritisieren oder schlechtreden. Das ist nicht nur verletzend, sondern spielt auch dem Patriarchat in die Karten, das das weibliche Geschlecht viel stärker nach dem Aussehen beurteilt als Männer. Warum nicht einfach häufiger mal Komplimente machen oder sich an den Grundsatz „Wenn du nichts Nettes zu sagen hast, sag einfach gar nichts!“ halten? Die Welt wäre ein besserer Ort.

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Über den Autor/die Autorin

Jana Seelig

Jana Seelig ist jung und schön, sie hat einen großen Freundeskreis, sie liebt ihren Beruf – und sie hat Depressionen. Es gibt Tage, an denen geht gar nichts. Dann muss sie sich oft gut gemeinte Ratschläge anhören, die zeigen, wie wenig ihr Umfeld eigentlich versteht, wie es ist, wenn man nichts mehr fühlt.