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Vom Finden der Liebe in Zeiten des Perfektionismus

Als unsere beziehungsweise-Autorin Julia Malz eine Studie über Auswahlprobleme beim Online-Dating las, stieß sie auf zwei unterschiedliche Herangehensweisen an die Partnersuche. Während „Maximizer“ das absolute Optimum anstreben, gehen „Satisficer“ durchaus Kompromisse ein. Doch wie klappt es denn nun am besten mit dem Finden von Mr. und Mrs. Right?

Gesucht: Polyglotte Akademikerin Mitte 30, mit diplomatischem Background, positives Naturell, mit Liebe zu Tennis und Natur. Gefunden: Blitzgescheites Traumweib mit Haus am Rhein, 45 Jahre, ohne akademischen Abschluss, dafür mit Hund.

Das Finden der Liebe scheint heute dank optimierter Auswahlkriterien einfacher und spezifischer möglich zu sein, als es jemals war. Wäre da nicht der intensive Wunsch nach Perfektion, den viele in ihre Suche integrieren. Das Streben nach dem Maximum; im Leben, in der körperlichen Erscheinung, im Wohnen, im Arbeiten und natürlich auch im Lieben – es kann auch durchaus hinderlich sein.

Wozu gehören Sie: „Maximizer“ oder  „Satisficer“?

In Studien zu den Regeln bei der Partnerwahl begegnet uns inzwischen oft das Begriffspaar „Maximizer“ und  „Satisficer“. Ein „Maximizer“ legt seinen Fokus auf das absolute Optimum eines Partners; er gibt sich in diesem Sinne äußerst selten bis nie mit jemandem zufrieden, der einen Teil der eigenen Checkliste nicht erfüllt. Ein „Satisficer“ (vgl. engl. „satisfy“ = befriedigen/zufriedenstellen) hingegen ist gewillt, bei der Suche nach einem Partner auch Kompromisse einzugehen. Es genügt ihm, wenn einige seiner Ansprüche erfüllt werden. Ein „Satisficer“ macht es also im Gegensatz zu einem „Maximizer“ nicht zur Bedingung, dass auch wirklich ALLES passt. Soweit man das überhaupt beurteilen kann, wenn man sich gerade kennenlernt.

Genau zu wissen, was man bei einem möglichen Partner verwirklicht sehen will und was nicht, ist erst einmal nichts Schlechtes. Allerdings kann die mentale Checkliste für den perfekten Partner auch hinderlich wirken, wenn die Messlatte absurd hoch gelegt wird. Anhand im weiteren Sinne äußerer Kriterien wie Optik, Status oder Bildung werden „Kandidaten“ geprüft und verworfen.

In einer Gesellschaft, in der Leistung und Erfolg, makellose Körper sowie trendgesteuerte Lebensmodelle die ersten Plätze der ‚Haben-Wollen-Liste‘ belegen, wird man als ‚Maximizer‘ eventuell Opfer seiner eigenen Leitsätze. Man formt seinen Körper, seinen Geist, sein Auftreten und kann sich dabei noch nicht einmal selbst hinreichend zufriedenstellen. Wie soll es dann ein Partner dauerhaft tun?

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Über den Autor/die Autorin

Julia Malz

Julia Malz zog es 2001 aus dem Rheinland an die Elbe. Im neuen Heimathafen Hamburg schreibt sie seit 2009 als freie Journalistin und Autorin für Kunst-, Kultur- und Wirtschaftsformate. Die Inspiration für ihre Texte zieht sie aus der Literatur, dem schönen Leben und natürlich dem Wunder, das wir Liebe nennen.