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Liebesglück in der Laube: Spießig? Ja, aber geil

Klocks oder Schürzen haben ihren Reiz und können sexy sein

Als ich etwas jünger war, wusste ich das noch zu schätzen. Ich hielt das sogar für erstrebenswert. Wenn ich mich heutzutage durchs Internet lese, mag ich kaum glauben, dass es tatsächlich einmal möglich gewesen ist, so wie die beiden zusammen zu sein und es solange miteinander auszuhalten, denn überall lese ich von den Vorzügen des Single-Daseins, von glorreichen Abenteuern junger Menschen, die davon schreiben, wie sie ihre Ziele verwirklichen und das ohne Partner.

Das zu lesen, finde ich zwar nicht spießig, aber es macht mich traurig. Es erinnert mich an mich. Denn auch ich ließ mich durch meine ganzen Erfahrungen blenden, um irgendwann da anzukommen, wo ich niemals sein wollte. Ich war nicht mehr in der Lage mich zu verlieben, konnte mir einfach nicht vorstellen, wie es sei, mit jemanden eine glückliche Beziehung zu führen, in der Zukunftspläne möglich wären. Ich war gerne Single ohne diese ganzen Verpflichtungen, Forderungen und Erwartungen anderer. Ich hatte einfach keinen Bock auf emotionale Gefühlsscheiße, die am Ende für beide Seiten mit einer Enttäuschung endete.

Vor kurzem dachte ich wieder an meine Großeltern und fragte mich, was passieren musste, dass ich das, was ich damals so erstrebenswert fand, gegen einen Sack voller Frustrationen eintauschte. Um ehrlich zu sein, weiß ich nicht, wann ich aufhörte daran zu glauben, dass es möglich wäre, so zu leben wie meine Großeltern es mir vorlebten. Ich befürchte, es passierte wie bei vielen anderen auch einfach so, ganz automatisch, ohne es vorherzusehen und ohne, dass ich dagegen etwas machen konnte.

Andere mögen die Gartenlaube im Kleingartenverein spießig finden, denken, als Paar beim Gärtnern, dass das kein Leben wäre, das sie sich vorstellen können. Und ehrlich gesagt: Bis vor einiger Zeit dachte ich genauso: „So ein Kleingarten, mit Frau in Klocks, die über dem Beet hockt und Unkraut zupft, das wäre total spießig und überhaupt nicht sexy. Lieber an den Strand, einen Caipi in der Hand, vor meiner Nase ganz viele Frauen im Bikini Beachvolleyball spielend, während mir die Sonne auf den Pelz scheint. Herrlich.“

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Über den Autor/die Autorin

Leonard Anders

Im Jahr 2015 wurde bei Leonard Anders eine narzisstische Persönlichkeitsstörung diagnostiziert. Kurz nach seiner mittleren Reife hatte er seinen ersten Zusammenbruch und mit ihm begann eine wahre Odyssee. Er war fast ein Jahr durchweg in der Psychiatrie, überlebte drei Suizidversuche, war obdachlos und kämpfte sich von ganz unten wieder nach oben. Nach erfolgreicher Aufarbeitung seiner verletzten inneren Kindanteile arbeitet Leonard Anders heute als Coach und Lebensberater und hilft Menschen dabei, ihre Glaubenssätze und Trigger aufzulösen.