Hurra! Die Corona-Beziehungskatastrophe ist ausgeblieben

Die meisten Paare sind in der Krise miteinander gewachsen. Die Liebe ist nicht dem Virus zum Opfer gefallen. Paarberater und beziehungsweise-Chefredakteur Eric Hegmann freut sich, dass die Untergangsprophezeihungen nicht eingetreten sind.

Die meisten Paare sind in der Krise miteinander gewachsen. Die Liebe ist nicht dem Virus zum Opfer gefallen. Paarberater und beziehungsweise-Chefredakteur Eric Hegmann freut sich, dass die Untergangsprophezeihungen nicht eingetreten sind

Die Hoffnung erfüllt sich nun Schritt für Schritt (bis zur nächsten Welle oder einer neuen Pandemie): Der Lockdown ist nahezu vorbei, die Kinder verlassen schrittweise die vier Wände für Kita und Schule, die Paarantäne ist zunächst einmal Geschichte, die Partner dürfen wieder in ein eigenes Leben zurückfinden neben dem Beziehungs-Leben, das die vergangenen Wochen geprägt hat. „Be careful what you`re whishing for!“, warnen sie in Englischsprachigen Ländern. Vorsicht, deine Wünsche könnten sich erfüllen! Denn was folgt nun? 

Schwarzmalerei im Schlagzeilen-Dschungel

Was wurde nicht alles prophezeit: Die Scheidungsraten würden hierzulande sofort in die Höhe schnellen wie in Wuhan, schrieben Magazine ungestützt Gerüchte voneinander ab und überboten sich, unbestätigte Zahlen auf Deutschland zu übertragen. Paartherapeuten würden überrannt werden, weil sich allerorts Menschen trennen wollten. Tobende und schreiende Paare, eingeschlossen und eingesperrt in ihren Wohnungen wie gefangene Wildtiere in Käfigen. Viele Journalisten waren sich sicher: Beziehungen heutzutage sind sowieso schwierig, die meisten Menschen ja ohnehin „beziehungsunfähig“ und in der Krise würde jetzt die Liebe – oder was sie für Liebe hielten – allen um die Ohren fliegen. Ein leiser Schauder der Apokalypse wehte um die Schlagzeilen. In Interviews wurde ich permanent gefragt: „Wie werden Paare das nur aushalten können?“ Ja, wie haben sie es ausgehalten?

In einer repräsentativen Studie von Parship sagten 27 Prozent der in einer Beziehung Lebenden, sie rechneten mit Schwierigkeiten bei erzwungener Nähe – also: wohin mit dem Bedürfnis nach Distanz? 35 Prozent der Paare in Fernbeziehungen dagegen sorgten sich um ihre Liebe  – also: wohin mit dem Bedürfnis nach Nähe? Würden die Folgen mehr Streit sein? Oder vielleicht mehr Sex? Sowohl als auch. Bei den unter 30-Jährigen sagten 43 Prozent, sie würden mit Leidenschaft das Beste aus der Paarantäne machen und eventuelle Konflikte wegvögeln. Das sagten übrigens auch 28 Prozent der Eltern, jene Gruppe, der nachgesagt wurde, sie müssten ja kollabieren zwischen Eingesperrtsein und Kinderbetreuung. 

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