Wie sage ich, dass ich ihn liebe?

Wie sage ich ihm, wie sage ich ihr, dass ich ihn/sie liebe? Dieser Kommunikationsführer hilft dir mit konkreten Übungen. Von Paartherapeut und beziehungsweise-Chefredakteur Eric Hegmann
Schritt 2: Von negativen Gedanken lösen

Du hast bereits bemerkt, wie schwer es ist, sich von einem extrem negativen Gedanken zu lösen und einen positiveren zuzulassen, vor allem wenn die Angst vor dem schlimmsten Ausgang dein Denken beherrscht. Falls dir das durch Schritt eins immer noch nicht gelungen ist, habe ich noch eine Übung für dich. Im zweiten Schritt könntest jetzt versuchen, den negativen Gedanken zu isolieren, ihm nachzugehen und zu überprüfen.

Hierzu eignet sich beispielsweise die Übung „The Work“ von Byron Katie. Wie die funktioniert, haben wir hier beschrieben. In Kürze geht es darum, dir Fragen zu stellen zu deinem negativen Gedanken.

  • Stimmt der Gedanke?
  • Kannst du dir zu 100 Prozent sicher sein, dass dieser Gedanke stimmt? 
  • Finde mindestens drei Erklärungen und Situationen, warum und wann der Gedanke falsch sein kann?
  • Wie fühlst du dich, wenn du diese neuen Gedanken zulässt?

Nur solange du ganz und gar überzeugt bist, dass dein negativer Gedanke zutrifft, besitzt er auch diesen schlechten Einfluss auf dich und erzeugt Furcht und Panik. Sobald du auch nur eine Alternative zulassen kannst, werden diese Gefühle weniger bedrohlich.

Schritt 3: Sprich aus, was dich bewegt

Wie sage ich, dass ich ihn liebe? Und das ist letztlich das „große Geheimnis“: Wenn es denn endlich zur Situation kommt, dann thematisiere deine Gedanken! 

Du hast Angst? Dann sag das. 

Du fühlst dich hilflos? Sprich es aus. 

Dir fehlen die Worte? Beschreibe deine Situation.

Sag beispielsweise: „Ich fühle mich gerade ziemlich hilflos, weil ich nicht weiß, wie du reagieren wirst. Und mir ist so viel daran gelegen, dass du positiv reagierst, dass ich befürchte, mit einem falschen Wort alles kaputt zu machen …“

Sprich aus, was in deinem Kopf vorgeht!

Denk daran, du bist nicht alleine in dieser Situation. Ihr seid zu zweit und es betrifft euch beide. Deshalb musst du nicht alles alleine machen.

Merke: Raus damit, es wird nie so schlimm, wie du es dir zuvor ausgemalt hast, solange du dein Gegenüber an deinen Gedanken, deinen Hoffnungen und Wünschen und ebenso an deinen Sorgen und Ängsten teilhaben lässt.

Zum Schluss ein letzter Realitätscheck. Du glaubst, Schwäche zeigen, sei vor allem eben eines: schwach? Nun, seine Angst zu überwinden, dazu gehört eine Menge Mut. Du bist also stark, wenn du diesen Mut zeigen kannst. Und das Wunderbare ist: die allermeisten Menschen honorieren Mut, zumindest diejenigen, die deiner Liebe und Zuneigung wert sind.


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