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Wie macht man sich gegenseitig Mut in einer immer verrückter werdenden Welt?

Tag für Tag erreichen uns schlechte Nachrichten, die uns aufs Gemüt drücken und vielleicht sogar Zukunftsängste schüren. Doch wie kann man sich als Paar gegenseitig Mut machen in einer Welt, die augenscheinlich immer verrückter wird? Davon erzählt Jana Seelig in ihrer neuen Kolumne

Acht Uhr morgens. Der erste Griff geht zum klingelnden Wecker, oder besser gesagt: dem klingelnden Handy, denn ich besitze längst keinen klassischen Funkwecker mehr, sondern benutze mein Mobiltelefon als Weckhilfe. Meine Augen sind noch nicht einmal ganz offen, da sehe ich bereits die fünf neuen Eilmeldungen, die die diversen Nachrichten-Apps, die ich auf meinem Smartphone habe, mir direkt auf den Startbildschirm gepusht haben, während ich im Bett lag und von einer besseren Welt geträumt habe. Genervt drehe ich das Display nach unten – und mich auf die andere Seite. Für schlechte Nachrichten bin ich um diese Uhrzeit einfach noch nicht bereit.

Ich glaube nicht, dass die Welt immer schlechter wird

Ich glaube sogar, dass sich in den letzten Jahren einiges gebessert hat – auch wenn wir von einer perfekten Gesellschaft noch um einiges entfernt sind und natürlich neue dringliche Angelegenheiten entstehen, wenn wir gerade erst ein paar alte Probleme beseitigt haben (Hallo, Plastikmüll!). Wo ich mir aber ganz, ganz sicher bin ist, dass wir mehr schlechte Nachrichten empfangen als noch vor einigen Jahren – einfach, weil es möglich ist.

Die schlechten Neuigkeiten stehen nicht mehr nur in der Zeitung, die wir gar nicht erst aufschlagen müssen, wenn wir nicht wollen. Sie sind auch im Radio, im Fernsehen und seit neustem auch auf unseren Smartphones, Tablets und Computern. Ja, sogar in der U-Bahn bekommen wir sie über kleine in den Waggons angebrachte Bildschirme direkt mitgeteilt, ob wir wollen oder nicht.

Und auch wenn ich persönlich es für mich als wichtig erachte, über das Tagesgeschehen informiert zu bleiben und zu wissen, was in der Welt gerade passiert, so habe ich doch eine bestimmte Grenze, ab der ich das Ganze nicht mehr ertragen kann. Einen Punkt, an dem ich mich selbst schützen muss, einfach aufgrund der schieren Reizüberflutung, die mit den ganzen ständig eintreffenden News und Eilmeldungen – ob nun gut oder schlecht ist an dieser Stelle übrigens vollkommen egal – einhergeht.

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Über den Autor/die Autorin

Jana Seelig

Jana Seelig ist jung und schön, sie hat einen großen Freundeskreis, sie liebt ihren Beruf – und sie hat Depressionen. Es gibt Tage, an denen geht gar nichts. Dann muss sie sich oft gut gemeinte Ratschläge anhören, die zeigen, wie wenig ihr Umfeld eigentlich versteht, wie es ist, wenn man nichts mehr fühlt.