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Liebe im Traum oder in der Realität: Was ist spannender?

Die Frau auf dem Balkon: Am ersten sonnigen Tag im Frühling saß beziehungsweise-Autor Jonathan Bern auf seiner Terrasse und da entdeckte er sie zufällig. Über die Anziehungskraft der Fantasie und die Furcht vor erneuten Verletzungen

So sieht die erste Szene in meinem Drehbuch aus: Das Haus gegenüber, ein Balkon mit vielen Pflanzen, eine attraktive Frau um die 40, mit langen schwarzen Haaren, schaut in meine Richtung. Der Bruchteil eines Augenblicks, eine Silhouette, die schnell wieder verschwindet. Danach denke ich einige Zeit nicht mehr an sie.

Aber an den Abenden, wenn ich in meinem Liegestuhl ein kühles Glas Rosé genieße, wandert mein Blick in ihre Richtung. Manchmal brennt Licht, die Glastür steht offen, aber niemand erscheint. Ich frage mich, warum sie mich beschäftigt, wer sie ist und wie ihr Leben aussieht.

Die Geister der Vergangenheit

Wir sind zwei fremde Menschen in der Großstadt und werden uns wahrscheinlich nie begegnen. Ich weiß nicht, ob sie auch von mir Kenntnis nimmt. Ob ihr aufgefallen ist, dass ich allein lebe. Vermutlich wie sie auch, da nur ein kleiner Hund ihr Gesellschaft leistet. Vielleicht fragt sie sich, warum niemand mit mir diese Flasche Wein teilt.

Im letzten Sommer wäre ihr eine sehr junge und hübsche Frau aufgefallen. Sie erschien wochenlang nicht und dann wieder jeden Abend. Eines Tages verschwand sie. Aus der Distanz konnte meine Nachbarin die Streitereien nicht hören, die Tränen nicht bemerken, das bedrückende Schweigen nicht wahrnehmen. An manchen Tagen hätte sie auch die Sehnsucht und die Vorfreude in meinem Gesicht beobachten können. Sogar die zärtlichen Versöhnungen konnten irgendwann nichts mehr retten.

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Über den Autor/die Autorin

Jonathan Bern

Jonathan Bern ist teils in Deutschland und teils in Frankreich aufgewachsen. Seine Wahlheimat bleibt Nizza, wo er mit 17 auf die merkwürdige Idee kam, einen Magister in Germanistik zu machen. In dieser Zeit schrieb er einen Artikel für die renommierteste französische Zeitung "Le Monde" und beschloss Journalist zu werden. Die Zeitung, bei der er einen Job fand, musste nach einem Jahr Konkurs anmelden und so landete er bei einer Airline, um seine Miete zu zahlen. Seitdem träumt er davon, irgendwann ein Buch zu schreiben..