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Eifersucht bekämpfen: Diese Tipps vom Psychologen helfen

„Bin ich die Einzige für ihn? Betrügt er mich ? Trifft er sich wirklich mit Freunden?“ – wen in der Beziehung ständig der Eifersuchtswahn plagt, sollte die Ursachen dafür herausfinden und die Eifersucht bekämpfen, rät Diplom-Psychologe Markus Ernst

Eifersucht ist ein altes Menschheitsthema, der Stoff, aus dem Dramen und Tragödien gestrickt sind. Wer von ihr geplagt wird, sieht seine Verbindung zu einer anderen Person oder den eigenen Stellenwert gefährdet, sei es beim Partner, bei der besten Freundin oder bei der eigenen Mutter. Die Betroffenen erleben eine ganze Bandbreite an Gefühlen von Angst und Traurigkeit bis hin zu blanker Wut, oder sie ergehen sich in Selbstzweifeln. Der Eifersuchtswahn lässt Menschen Dinge tun, die ihnen normalerweise nie in den Sinn kommen würden: Sie spionieren ihrem Partner hinterher oder werden sogar gewalttätig.

Eifersucht was tun: Ist es die Würze in der Partnerschaft oder Beziehungskiller?

Eifersucht und Verlustangst innerhalb einer Beziehung kennt wahrscheinlich jeder. In einem normalen Maß helfen diese Empfindungen auch, dem Partner unser Interesse zu signalisieren. Doch bis zu welchem Grad ist Eifersucht normal? Es liegt auf der Hand und ist nur menschlich, dass wir nicht immer frei von der Sorge sind, etwas Geliebtes zu verlieren. Wenn Eifersuchtsgedanken und die Angst vor Verlust aber übermächtig werden und letztlich eine Beziehung dauerhaft belasten, besteht Handlungsbedarf und es gilt, die Eifersucht zu bekämpfen.

Aus der Forschung kommt der Vorschlag, zwischen „misstrauischer“ Eifersucht und „reaktiver“ Eifersucht zu unterscheiden. Bei der ersten Variante existiert dabei die Bedrohung nur in unserer Vorstellung, die „reaktive“ Eifersucht dagegen stützt sich auf konkrete Fakten. Untersuchungen zeigen: Menschen reagieren auf reale Bedrohungen ausgeprägter, wenn ihre Partnerschaft durch große gegenseitige Abhängigkeit und tiefes Vertrauen zueinander geprägt ist. Die „misstrauische“ Eifersucht dagegen hängt stärker mit den Persönlichkeitseigenschaften der Betroffenen zusammen und hat weniger mit der eigentlichen Beziehungsqualität zu tun. Menschen mit einem niedrigen Selbstwertgefühl zeigen ihrem Partner gegenüber häufiger ein (oft unbegründetes) Misstrauen und leiden unter Verlustängsten. Diese Form der Eifersucht sollte bekämpft werden, denn sie ist besonders schädlich für Partnerschaften.

Während Eifersucht mit realem Bezug kurzfristige Gefühle wie Wut und Aggression auslöst, ruft die misstrauische Variante langfristige Emotionen hervor, die sich in Grübeln, Argwohn und Autonomieeinschränkungen zeigen kann.

Eifersucht bekämpfen: ein Problem für Männer oder für Frauen?

Evolutionsbiologen diskutieren übrigens geschlechtsspezifische Unterschiede in der Ausprägung von Eifersucht: So empfinden Frauen häufiger die emotionale Variante, weil aus evolutionsgeschichtlichem Hintergrund heraus der Versorger abtrünnig wird. Männer leiden eher unter sexueller Eifersucht, da ihm ein Rivale im eigenen Revier ein Kuckuckskind unterjubeln könnte.

Während bei der „reaktiven“ Form der Eifersucht, die sich auf einen konkreten Anlass bezieht, Fakten geklärt werden müssen, liegt v.a. der „misstrauischen“ Eifersucht meist ein geringes Selbstwertgefühl zugrunde: Betroffene haben das Gefühl, in vielerlei Hinsicht für den Partner nicht attraktiv und begehrenswert genug zu sein. Schwache Bindungen in der frühen Kindheit oder negative Beziehungs-Vorerfahrungen begünstigen ein mangelndes Selbstwertgefühl und in Folge auch Eifersucht und Verlustangst. Wenn beispielsweise das Vertrauen zu den Eltern nicht groß war, dann kann sich das Misstrauen auch auf die späteren Beziehungen übertragen. Häufig definieren sich die Betroffenen dann über andere, meist über den Partner oder die Kinder.

Die gute Nachricht: Sie können etwas tun, um das Gefühl der Eifersucht zu bekämpfen!

  1. Analysieren Sie die Herkunft der Verlustängste – wenn Sie hier keine Ideen und Erklärungen finden, scheuen Sie sich nicht, auch fachliche Unterstützung in Anspruch zu nehmen.
  2. Versuchen Sie auf dieser Grundlage zu verstehen, warum Ihr Selbstwertgefühl geschwächt ist, warum Sie häufig die Angst haben, etwas Geliebtes zu verlieren. Das eigene Verhalten und die persönlichen Empfindungen besser verstehen und einordnen zu können, ist ein grundlegender Schritt, um zukünftig mit negativen Emotionen besser umgehen zu können.

In einem weiteren Schritt ist es wichtig, dass Sie neues Selbstbewusstsein entwickeln. Ziel soll dabei sein, eigene Lebensinhalte aufzubauen, Interessen zu entdecken, die auch ohne den Partner Spaß machen. Damit verringert sich letztlich die Abhängigkeit von anderen und es wird Ihnen leichter fallen, Gefühle wie Eifersucht zu bekämpfen und Verlustangst zu kontrollieren.

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Über den Autor/die Autorin

Markus Ernst

Der Diplom-Psychologe Markus Ernst führt in Hamburg eine eigene Praxis als Paartherapeut und psychologischer Gutachter. Außerdem ist er als Coach für Parship tätig.