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Eifersucht bekämpfen: Diese Tipps vom Psychologen helfen

Während Eifersucht mit realem Bezug kurzfristige Gefühle wie Wut und Aggression auslöst, ruft die misstrauische Variante langfristige Emotionen hervor, die sich in Grübeln, Argwohn und Autonomieeinschränkungen zeigen kann.

Eifersucht bekämpfen: ein Problem für Männer oder für Frauen?

Evolutionsbiologen diskutieren übrigens geschlechtsspezifische Unterschiede in der Ausprägung von Eifersucht: So empfinden Frauen häufiger die emotionale Variante, weil aus evolutionsgeschichtlichem Hintergrund heraus der Versorger abtrünnig wird. Männer leiden eher unter sexueller Eifersucht, da ihm ein Rivale im eigenen Revier ein Kuckuckskind unterjubeln könnte.

Während bei der „reaktiven“ Form der Eifersucht, die sich auf einen konkreten Anlass bezieht, Fakten geklärt werden müssen, liegt v.a. der „misstrauischen“ Eifersucht meist ein geringes Selbstwertgefühl zugrunde: Betroffene haben das Gefühl, in vielerlei Hinsicht für den Partner nicht attraktiv und begehrenswert genug zu sein. Schwache Bindungen in der frühen Kindheit oder negative Beziehungs-Vorerfahrungen begünstigen ein mangelndes Selbstwertgefühl und in Folge auch Eifersucht und Verlustangst. Wenn beispielsweise das Vertrauen zu den Eltern nicht groß war, dann kann sich das Misstrauen auch auf die späteren Beziehungen übertragen. Häufig definieren sich die Betroffenen dann über andere, meist über den Partner oder die Kinder.

Die gute Nachricht: Sie können etwas tun, um das Gefühl der Eifersucht zu bekämpfen!

  1. Analysieren Sie die Herkunft der Verlustängste – wenn Sie hier keine Ideen und Erklärungen finden, scheuen Sie sich nicht, auch fachliche Unterstützung in Anspruch zu nehmen.
  2. Versuchen Sie auf dieser Grundlage zu verstehen, warum Ihr Selbstwertgefühl geschwächt ist, warum Sie häufig die Angst haben, etwas Geliebtes zu verlieren. Das eigene Verhalten und die persönlichen Empfindungen besser verstehen und einordnen zu können, ist ein grundlegender Schritt, um zukünftig mit negativen Emotionen besser umgehen zu können.

In einem weiteren Schritt ist es wichtig, dass Sie neues Selbstbewusstsein entwickeln. Ziel soll dabei sein, eigene Lebensinhalte aufzubauen, Interessen zu entdecken, die auch ohne den Partner Spaß machen. Damit verringert sich letztlich die Abhängigkeit von anderen und es wird Ihnen leichter fallen, Gefühle wie Eifersucht zu bekämpfen und Verlustangst zu kontrollieren.

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Über den Autor/die Autorin

Markus Ernst

Der Diplom-Psychologe Markus Ernst führt in Hamburg eine eigene Praxis als Paartherapeut und psychologischer Gutachter. Außerdem ist er als Coach für Parship tätig.