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Online Dating – Karneval der maskierten Gelüste oder Ping Pong der Frustrationen?

Unsere Autorin Nadine ist genervt von den immer gleichen Sprüchen und Maschen auf Online-Plattformen und plädiert für mehr Mut (bei den Frauen) und mehr Respekt (bei den Männern)

In Zeiten von Tinder, Lovoo und Co. gibt es nichts, was es im Online-Dating nicht gibt. Auf Tinder tummelt sich gefühlt jeder, auf OkCupid dominiert alternativ veranlagt, bei ElitePartner akademisch gebildet und bei Parship suchen die, die auf was Festes aus sind. Aber nicht nur die Menschen, sondern auch die Mechaniken unterscheiden sich. Bei Bumble muss der Mann warten, bis er angeschrieben wird, denn die Dynamik der Plattform verbietet es den Herrn der Schöpfung den ersten Schritt zu machen. Lovoo wirkt ein wenig wie der kleine Bruder von Tinder und es wird gestreamt, was das Zeug hält. Der Umgangston und die App(mos)phäre erinnern dabei eher an den Vibe auf einer Schlagerparty in der Kleinstadt, um 6 Uhr morgens – meine Meinung, also alles subjektiv.

Aber eins haben die meisten Plattformen gemeinsam, und zwar das Dating-Verhalten ihrer Nutzer*innen, denn nachdem ich mich nun seit ca. 5 Jahren im Dating-App Dschungel bewege, kann ich echt nur eins zusammenfassend festhalten: Macht Euch frei!

Es ist so anstrengend, wenn man beobachtet, wie die immer gleichen Mechanismen greifen, und alles dadurch so unfassbar vorhersehbar wird. Aber wie dem auch sei, am Ende ist für jede(n) was dabei… meistens! Oder auch nicht, zumindest wirkt es so, wenn man sich den Dating Frust manch eines/r Bekannten anhört. Dabei würde doch gerade beim virtuellen Dating der anonyme Erstkontakt (ein Foto stellt noch keine Bindung her; ein Swipe auch nicht) ermöglichen, etwas aus sich herauszukommen und klar zu formulieren, warum man sich eigentlich dazu entschieden hat sich auf der einen oder anderen Plattform die Zeit zu vertreiben.

  • „Reiner Zeitvertreib“, Motiv: Langeweile.
  • „Swipen für Likes“, Motiv: reiner Ego-Push.
  • „Suche nach neuen Bekanntschaften“, Motiv: Einsamkeit
  • „Unkomplizierter, schneller Sex“, Motiv: Na ja, das dürfte recht klar sein…

Zurück zum Thema: Das Ping Pong der Frustrationen lässt sich mittels OkCupid, Tinder, Lovoo, Lemon Swan, Bumble und wie sie alle heißen ausgesprochen anschaulich darstellen. Eigentlich wollen alle das gleiche, aber irgendwie bekommen alle etwas Anderes. Mit wie vielen Frauen habe ich gesprochen, die eigentlich ein großes Verlangen haben, aber ein ebenso großes Problem damit, sich zu öffnen oder fallen zu lassen, geschweige denn ihre Sehnsüchte preiszugeben. Unglaublich viele – glaubt mir. Traurig zu hören. Aber mal ehrlich: Ist es der ein oder anderen zu verübeln? Ich selbst bin immer wieder überrascht, wie viel Elefanten dort draußen in Porzellanläden rumtrampeln. Es ist weder besonders romantisch-hartnäckig noch charmant, jemandem über Social Media zu schreiben „, dass man ihn/sie auf Tinder gesehen hat und einfach mal direkt hierüber den Kontakt herstellt, schließlich würde das ja am Ende beiden auch nur Zeit sparen.“ Kein Match bedeutet (in den meisten Fällen) kein Interesse, weswegen die zusätzliche Kontaktaufnahme auch eher als aufdringlich und grenzüberschreitend zu bewerten ist – meiner Meinung nach.

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Über den Autor/die Autorin

Nadine Primo

Nadine studierte nach dem Abitur an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn Romanistik und Geschichte (Bachelor of Arts) und Internationale Geschichte der Neuzeit (Master of Arts). Aktuell arbeitet sie als Recruiterin und freie Autorin in Berlin, um genug Zeit für ihre Recherchen und Gedanken zu haben und sich ihr Kreativsein zu finanzieren. Das Reisen ist eine ihrer größten Leidenschaften, ebenso wie die Malerei, Literatur, Philosophie und (Kultur-)Geschichte. Als bisexuelle Frau teilt sie auf ihrem Blog und Instagram persönliche Erlebnisse sowie rastlose Gedanken und spricht über (Bi-)Sexualität, (offene) Beziehungen, Achtsamkeit und Nachhaltigkeit.