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Ehrlichkeit ist das Wichtigste!

Ehrlichkeit ist so wichtig, das sagen sie alle, aber warum nur lügen dann so viele Menschen? beziehungsweise-Autor Leonard Anders möchte lieber abgelehnt werden für etwas, was er ist, als geliebt für etwas, was er nicht ist

Die Logik einer Frau, die mich kürzlich angeschrieben hat: Sie schrieb mir, dass in ihrem Status „vergeben“ stünde, damit Kerle sie nicht anschreiben. Aber ansonsten sei ihr Ehrlichkeit das Wichtigste. O-Ton: „Du müsstest wissen, dass das, was im Profil steht nicht immer der Wahrheit entspricht – aber mir ist Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit sehr wichtig.“

Immer weniger Menschen sind zu 100% ehrlich und aufrichtig. Vor allem beim Ausfüllen eines Single-Profils. Die meisten Leute, die ich befragte, meinten, sie würden lügen zum Schutz oder aus Angst heraus, nicht zu genügen. Doch wem außer sich selbst will man denn genügen? Es heißt, dass man besser ein Original sein soll als eine schlechte Kopie. Lügen wir tatsächlich, damit der andere uns mag?

Ehrlich währt am längsten, denkste! Ich denke, manche Menschen kommen mit der Wahrheit nicht zurecht oder sind mit ihr überfordert. Aber wenn du deshalb weniger ehrlich bist, also etwas weglässt oder minimal etwas ausschmückst, sind sie natürlich auch nicht zufrieden.

Früher war ich genau so. Ich dachte auch, ich muss mehr sein, als ich bin, weil es von der Gesellschaft so erwartet wird. Ich habe mich abhängig gemacht von der Meinung anderer. Ich habe mich darüber definiert, was andere über mich denken. Ich gab fremden Menschen Macht über mich. Und ich war wirklich leichtgläubig und naiv, vielleicht auch traumatisiert oder geprägt. Mittlerweile sehe ich das Ganze etwas anders. Ich bin ehrlich – und mir geht es gut dabei. Und auch wenn die Wahrheit manchmal wehtut, sie löst weitaus weniger Stress aus, als das schlechte Gewissen, das ich hatte, als ich gelogen habe.

Meine Angst, für andere nicht liebenswert zu sein, hinderte mich daran, ehrlich zu (mir selbst) zu sein. Ich war so süchtig nach Ruhm und Anerkennung der anderen – aber es genügte niemals. Lieber kratzte ich mich unter meiner juckenden Maske, als diese abzusetzen. Im Volksmund wird diese Entwicklung „pathologischer Narzissmus“ genannt. Und irgendwann litt ich sehr darunter. Ich wollte so nicht mehr weiter leben. Zum Glück habe ich irgendwann dann doch die Maske abgenommen. Ich kann wieder durchatmen.

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Über den Autor/die Autorin

Leonard Anders

Im Jahr 2015 wurde bei Leonard Anders eine narzisstische Persönlichkeitsstörung diagnostiziert. Kurz nach seiner mittleren Reife hatte er seinen ersten Zusammenbruch und mit ihm begann eine wahre Odyssee. Er war fast ein Jahr durchweg in der Psychiatrie, überlebte drei Suizidversuche, war obdachlos und kämpfte sich von ganz unten wieder nach oben. Nach erfolgreicher Aufarbeitung seiner verletzten inneren Kindanteile arbeitet Leonard Anders heute als Coach und Lebensberater und hilft Menschen dabei, ihre Glaubenssätze und Trigger aufzulösen.