Die 5 unsinnigen Regeln des modernes Datings

Oder: Warum Singles wieder lernen müssen, ihre Gefühle ehrlich zu artikulieren

Als Single ist man unabhängig, erlebt ein prickelndes Liebesabenteuer nach dem nächsten und an jeder Ecke, an jedem Tresen, in jedem Park wartet schon der nächste potentielle Liebhaber mit einer Einladung zum Essen oder einem spontanen Kurztrip nach Italien. So zumindest sehen das die eigenen Freunde in glücklichen Langzeitbeziehungen, die einen ab und zu heimlich oder auch ganz offensichtlich um das ach so aufregende Solo-Dasein beneiden. Man selbst hingegen betrachtet das Ganze meist deutlich weniger romantisch verklärt. Denn die Wahrheit ist doch: Modernes Dating ist ein Krampf. Und sein ungeschriebenes Regelwerk voller Dos und Don’ts so nervtötend wie sinnlos.

Die Spielregeln

Gegen den allgemeingültigen Verhaltenskatalog beim Kennenlernen sind die Anleitungen von Monopoly und Schach ein echter Witz. Anders als beispielsweise in England, wo alte Traditionen noch immer groß geschrieben – den Frauen als Signal des Interesses also beispielsweise völlig selbstverständlich Türen aufgehalten, Getränke ausgegeben und nachts sichere Heimwege arrangiert werden – kann man hierzulande oft wochenlang nur raten, ob jemand vielleicht auf einen steht. Nicht, dass man als durchemanzipierte Frau diese Überhöflichkeit unbedingt bräuchte, aber warum muss man die ganze Chose mit Coolness und gespielter Zurückhaltung denn nur so verkomplizieren?

Scheinbar geht nichts mehr ohne diese fünf absurden Regeln aus dem modernen Dating-Kodex:

1. Bloß nicht die eigenen Absichten verraten

Im Ernst: Wie viel Eiertanz könnte man beiden Beteiligten ersparen, würde man die Verabredung mit Option auf Entwicklung auch konkret als solche benennen? Statt „Lass mal was zusammen machen“ also lieber gleich „Ich würde dich gern näher kennenlernen. Hast du Lust auf einen Kaffee?“.

2. Niemals direkt auf Nachrichten antworten

Wirkt ja sonst, als hätte man kein eigenes Leben und würde täglich 24 Stunden sehnsüchtig aufs Telefon starren, damit endlich was passiert. Dabei hat man das Handy doch heute ehrlicherweise meist eh am Anschlag. Wieso also nicht verzichten auf die alberne und durchschaubare Abwarterei?

3. Jedes Wort übergenau abwägen

Ach das, das hab ich nur so schnell nebenbei getippt – so sollen diese ersten Nachrichten wirken, aber Pustekuchen! Da wird ewig an der perfekten Antwort gebastelt, um nicht ganz abgeneigt, aber auch bloß nicht zu überengagiert rüberzukommen. Natürlich möchte man sich auch mit seinen SMS möglichst gut verkaufen, aber wie wäre es mal mit ein paar ehrlichen Worten direkt aus dem Bauch?

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