Mainstream Porno: Auf der Suche nach weiblicher Lust

Unsere Kolumnisten Nadine hat genug vom einseitigen Bild der weiblichen Lust im Mainstream Porno und spricht über ihre bisexuelle Perspektive

Auch wenn Pornofilme laut gesellschaftlichem Tenor angeblich eher ein Männerding sind, so gucken doch auch immer mehr Frauen die „schmutzigen“ Filmchen. Schmutzig, natürlich in Anführungsstrichen, wobei ich zugeben muss, dass gerade die Clips, die uns auf Gratisbörsen wie Pornhub und Co. angeboten werden, wirklich eher einen schmutzigen und oftmals wenig geilen Charakter haben. Gerade als Frau macht es nicht wirklich Spaß, sich diese Videos anzuschauen. Aber warum? Ein Beispiel:

Wie werden (bisexuelle) Frauen in Pornos dargestellt?

Ganz einfach: willig, lüstern, jeder Zeit für alles und jede*n bereit. Natürlich, schließlich bietet sich diese Darstellung ja gerade in Erwachsenenfilmchen bestens an. Was ist interessanter als eine Frau, die einen Mann befriedigt? Richtig, eine Frau, die einen Mann und eine Frau (gleichzeitig) befriedigt. Auf diese Weise werden viele Fantasien auf einmal präsentiert. Egal in welcher Konstellation: 3er, 4er oder Gruppensex. Dass bisexuelle Frauen weiterhin dem Vorurteil der Promiskuität ausgesetzt sind, ist bereits eine alte Leier. Darüber habe ich schon, dass ein oder andere Mal geschrieben.

Ich selbst werde immer wieder gefragt, ob ich überhaupt monogam leben könnte, zumal ein Geschlecht ja zwangsläufig nicht meine Bedürfnisse befriedigen könnte. Jaja, genau. Nur, weil du hetero bist, stehst du ja auch nicht unbedingt auf jeden, der in dein sexuelles orientiertes Beuteschema passt: Wellenlänge und so… es kommt auf die gemeinsame Ebene an – meine Meinung. Aber egal.

Bisexuelle Frauen schauen mehr Pornos

Funfact: bisexuelle Frauen greifen stärker auf Pornos zurück als ihre heterosexuellen Genossinnen, denn ihr Anteil liegt bei ca. 15%*. Im Vergleich: gerade einmal 3-7%** sind es bei heterosexuellen Konsumentinnen.

Wie sich diese Zahlen erklären lassen? Ein Versuch: bisexuelle Frauen gehen meist offener mit ihrer eigenen Sexualität um. Sie mussten sich entweder bereits „outen“ oder gegen einige Stereotypen durchsetzen. Ihnen fällt es daher oft leichter, zu ihrer gelebten Sexualität zu stehen.

Auch wenn wir bereits im 21. Jahrhundert leben, ist Porno für viele immer noch ein Tabu-Thema. Jeder kennt es und hat seine bevorzugten Filme oder Plattformen, aber nur wenige sprechen darüber oder geben ihre “Filmtipps” weiter. Warum ist das so?

Vielleicht, weil sich hier unsere verborgenen Fantasien verstecken? Schließlich sind Porno-Filme ein beliebtes Mittel, um den Gedanken freien lauf zu lassen. Einige träumen von Gruppensex, aber schauen sich diesen in erster Line nur (online) an. Auch Fetische spielen hier eine große Rolle. Im “real life” hindern Ängste und Unsicherheiten viele an der Realisierung ihrer Wünsche, aber online sind zumindest die Bilder dazu jederzeit verfügbar.

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