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Warum Sie Sex nicht als Druckmittel einsetzen sollten

Unsere Autorin Lena Lamberti hat Sex, weil sie Sex will und nicht, weil sie ihrem Partner damit einen Gefallen tun muss. Lesen Sie, warum Sex zu haben und dabei Bedingungen zu stellen in ihren Augen im Grunde nichts anderes als Prostitution ist

Ich musste schon sehr schmunzeln, als ich letztens davon las, dass Alyssa Milano dazu aufrief, in den Sexstreik zu treten, um sich für die Gleichberechtigung von Frauen einzusetzen. Wo sind wir denn? Im kalten Geschlechterkrieg, in dem Männer und Frauen gegeneinander kämpfen, indem sie ihre „Waffen“ auffahren und mit den Ketten klirren? Das hat doch damals zwischen Russland und den USA auch schon nicht funktioniert. Und Frieden macht in einer Beziehung wirklich viel mehr Spaß als ein ständiger Kampf „Auge um Auge sowie Zahn um Zahn“. In einem Sexstreik kann keiner gewinnen – er kann einzig nur wie ein Atomkrieg zwischen zwei Supermächten die gemeinsame Welt zerstören. Stattdessen gilt es, sich in einer Partnerschaft nicht als gegeneinander kämpfende, sondern miteinander wachsende Entitäten zu begreifen.

Alte Rollenbilder hinter sich lassen

Grundlage eines solches Sexstreiks wäre in meinen Augen immer die Perspektive, dass Frauen Sex immer nur hätten, um ihren Männern einen „Gefallen“ zu tun und sich dafür „opfern“ würden, während Männer immer wollen und es das Einzige ist, was sie in einer Beziehung zu einer Frau hält. Zum Glück entspricht das nur so gar nicht meinem Verständnis und auch nicht meinen Erfahrungen mit Sexualität. Viel mehr vermittelt dies eine rückwärtsgewandte Opferhaltung, in der sich viele feministische Kämpferinnen meiner Meinung nach immer wieder zu gern suhlen. Sie sind die „armen“ Frauen, die sich gegen die „bösen“ Männer behaupten müssen.

Ich liebe Sex, weil ich ein körperlicher Mensch bin und dabei einfach total entspanne. Ich genieße das Gefühl des absoluten Verschmelzens und miteinander vollkommen im Moment zu sein. Wenn ich spüre, wie mein Kopf ausschaltet und ich komplett im Gefühl bin, betrete ich das Paradies. Gerade in einer Partnerschaft kann ich mich in der Horizontalen absolut fallen lassen. Sex ist dabei für mich viel mehr die Verstärkung und Expansion der zwischenmenschlichen Verbundenheit auf geistiger und seelischer Ebene, die sich dadurch auch auf der körperlichen Dimension fortsetzt. Ich habe Sex, weil ich Sex will und nicht nur, damit ich meinem Partner eine Freude mache oder meine „Pflichten“ als Frau erfülle. Warum sollte ich Sex also als Druckmittel einsetzen? Ich würde mir damit doch nur in mein eigenes Fleisch schneiden.

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Über den Autor/die Autorin

Lena Lamberti

Lena Lamberti ist Ärztin und Bloggerin. Im Dezember 2017 hat sie begonnen für ein Jahr auf Männer – bzw. auf Sex mit diesen – zu verzichten und schreibt unter oneyearnoguy.org über ihre Erfahrungen damit. Erstaunlich ehrlich öffnet sie dem Leser ihre Gefühle, hinterfragt sich, die Welt und ihre Vergangenheit. Sie scheut nicht davor sich verletzlich zu zeigen und den Blick hinter die Fassade einer modernen Powerfrau zu offenbaren, die doch eigentlich nur die große Liebe sucht und leider zu oft an den falschen Stellen danach gesucht hat. In ihrem Blog zeigt sie die Transformation auf, die sie durchmacht, während sie sich abseits des Datingswahns selbst findet. Eine ungewöhnlicher und spannender Weg zum Glück.