Dornröschenschlaf – Sexuelle Unlust nach der Geburt

Und auf einmal ging alles ganz schnell: Eben trug ich noch stolz meinen Babybauch durch die Welt und nun bin ich Mutter. Ein Wechselbad der Gefühle. Und für mich der Beginn meiner (fast freiwilligen) 3-jährigen Sex-Pause.

Ich kenne sie nur zu gut: Die sexuelle Unlust nach der Geburt. Während andere Mamas mir nach dem Wochenbett berichten, dass sie langsam ihre Bettakrobatik wiederbeleben, passiert bei mir: Nichts. Nada.

Ich fühle mich mehr als Frau denn je, hat mein Körper doch gerade eben einen Menschen geschaffen. Die Geburtswunden verheilen und eigentlich steht dem Sex nichts mehr im Wege. Aber die Lust will einfach nicht wieder kommen.  

Mein Partner und ich trennen uns. Und so dümpelt die Zeit dahin. Ganze 3 Jahre hatte ich keinen Sex. Das scheint für mein Umfeld abwegiger zu sein, als für mich. Ich hatte nicht das Gefühl, dass mir etwas fehlt. Blicke von Männern bemerkte ich kaum, Dating wird zum Fremdwort. Stimmte etwas nicht mit mir? 

Ich begann zu recherchieren und bemerkte, dass sexuelle Unlust nach der Geburt ein Thema für viele Paare ist. Und trotzdem kaum ein*r darüber spricht. Das möchte ich heute ändern. Lasst uns also das Thema Sexueller Dörnröschenschlaf ein wenig genauer betrachten. 

Sexuelle Unlust nach der Geburt ist nicht ungewöhnlich 

Die Unlust nach der Geburt ist keineswegs nur ein Thema, das nur uns Frauen betrifft. Auch für Männer kann es nach einer Geburt schwierig sein, wieder Lust zu entwickeln. Generell raten Experten einmal genauer hinzusehen, wenn die Unlust länger als ein Jahr anhält. Hier kann ein Arzt oder ein Therapeut dein*e erste*r Ansprechpartner*in sein.  

Für viele Paare bedeutet Sex in erster Linie Nähe und Intimität, dennoch berichten nicht wenige Paare, dass sie sich als Eltern auf einer ganz neuen Ebene verbunden fühlen. Sex ist in einer Beziehung also niemals ein Muss und schon gar nicht solltet ihr dieses Thema mit Druck angehen. Denn drängeln ist, sind wir mal ehrlich, ein absoluter Lustkiller. 

Was passiert mit dem Körper nach einer Geburt? 

Die Rückbildung des weiblichen Körpers ist in der Regel 6 Wochen nach der Geburt abgeschlossen. Doch verändert sich bei vielen Frauen das Körpergefühl stark. Auch Schmerzen durch Geburtsverletzungen sind in der ersten Zeit keine Seltenheit, sollten diese aber länger anhalten, lass das am Besten einmal ärztlich abklären. 

Auch die Macht der Hormone nach der Geburt ist nicht zu unterschätzen. Das Prolaktin, auch Stillhormon genannt, verlangsamt die Produktion sexueller Lusthormone. Nach der Geburt kickt außerdem das Bindungshormon Oxytocin ein, dass den Fokus der Mutter auf das Baby legt. Macht alles Sinn, aber eben keine Lust auf Matratzensport. 

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