Dornröschenschlaf – Sexuelle Unlust nach der Geburt

Und auf einmal ging alles ganz schnell: Eben trug ich noch stolz meinen Babybauch durch die Welt und nun bin ich Mutter. Ein Wechselbad der Gefühle. Und für mich der Beginn meiner (fast freiwilligen) 3-jährigen Sex-Pause.

Und dann ist da noch diese bleierne Müdigkeit. Ich sehe alle Eltern zustimmend nicken. Der Tagesablauf hat sich verändert, ein kleines Baby kennt schließlich den Unterschied von Tag und Nacht noch nicht. Anstatt brodelnder Leidenschaft ist da also oft nur noch der tiefe Wunsch, einige Stunden am Stück schlafen zu dürfen. 

Du siehst, unsere Körper leisten ganz Unglaubliches und so ist es wenig verwunderlich, dass die Lust für einige Zeit auf der Strecke bleibt. 

Psychische Komponenten der sexuellen Unlust 

Viele Frauen fühlen sich zunächst unwohl in ihrem veränderten Körper. Denn nach der Geburt wird der Körper nicht selten weicher, es bilden sich Dellen und einige Frauen fühlen eine Leere. Kurz gesagt, wir fühlen uns nicht unbedingt wie Sexgöttinnen. Auch wenn der Partner diese Veränderungen unter Umständen gar nicht wahrnimmt. 

Viele Paare haben nach der Geburt Angst vor Schmerzen, dies betrifft nicht nur die Frau. Auch der Partner befürchtet vielleicht, seine Partnerin beim Sex zu verletzen. 

Überhaupt habe ich das Gefühl, dass wir Frauen die emotionale Belastung der Männer oft übersehen, weil sich nach der Geburt – zurecht – vieles um uns und den Nachwuchs dreht. Oft berichten mir Männer in meinem Umfeld, dass diese neue Situation auch für sie ein Spagat darstellt. Auf der einen Seite ist der Druck, nun als Alleinversorger die Familie versorgen zu wollen, auf der anderen Seite möchten viele Papas so viel Zeit wie nur möglich zuhause verbringen und die Partnerin nach Kräften unterstützen. Eine neue Rolle, in die sich auch Väter erst einmal einfinden müssen. 

Spannend fand ich auch den Aspekt der Eifersucht, in den ich mich als Frau nur schwer einfühlen kann. Und doch scheint es ein großes Thema vieler Männer zu sein, dass sie eine ungekannte Eifersucht auf die Bindung zwischen Mutter und Kind spüren. Denn diese ist neu und sehr eng. 

Für Single-Mamas fehlt oft die Zeit und das Interesse, einen neuen Partner kennen zu lernen. So bleibt für sie erst einmal Solo-Sex. Und auch dieser wird dem Schlaf zuliebe oft hinten angestellt. 

Sexuelle Unlust nach der Geburt – und nun? 

Zu allererst der wichtigste Tipp, der aber wohl gleichzeitig auch der schwierigste ist: Nimm den Druck raus. Denn Sex ist kein Muss. Weder in deiner Beziehung noch mit dir selbst. Sex soll schön sein und Spaß machen. Unter Druck hat niemand guten Sex. 

Wenn du oder ihr glücklich seid ohne Sex, ist alles gut. Lass dich bitte von den Erzählungen anderer nicht irritieren, die Lust wird nicht dein Leben lang ausbleiben. Und wenn doch, wirst du eine Lösung finden, um dennoch Liebe, Nähe und Verbundenheit zu erleben. 

Vielleicht passt ja eine meiner folgenden Ideen…? 


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