Was sich liebt, das spiegelt sich

Doch dem ist nicht so, im Gegenteil. Die Versuchsteilnehmer bekamen Fotos vorgelegt: Eines zeigte ihren Partner, ein anderes einen platonischen Freund. Beide hatten auf den Bildern den Mund entweder geöffnet oder geschlossen. Die Aufgabe: Imitiere den Gesichtsausdruck desjenigen auf dem Foto! Ob die Probanden sich über die Aufgabenstellung wunderten, ist nicht bekannt, aber die Forscher fanden heraus: Die Versuchsteilnehmer reagierten intensiver, wenn sie ihren Partners nachahmen sollten. Sie kopierten den gewünschten Gesichtsausdruck zudem schneller. So wird der Wunsch nach größerer Gemeinsamkeit ausgedrückt, schlussfolgerten die Forscher. Besonders schön daran ist, dass dieses Spiegeln unabsichtlich geschieht. Anders sieht das ja bei den Paaren aus, die ihre Zuneigung füreinander offensiver mit der Außenwelt teilen. Jenen, die auf Partnerlook schwören. Seht her, so die Message, wir gehören zusammen!

Und dann ist da ja dieser Spruch, der auch immer wieder fällt, wenn es um Beziehungen geht: Gleich und gleich gesellt sich gern. Häufig ist damit gemeint, dass wir mit unserem Partner auf einer Linie sind, wenn es um Werte, Bildung, Herkunft, Religion oder die Frage „Wie hältst du es mit dem lieben Geld?“ geht. Wer in den wichtigen Punkten ähnliche Ansichten hat, habe bessere Voraussetzungen für eine befriedigende Beziehung, legen diverse Untersuchungen nahe.

Vielleicht aber ist damit auch gemeint, wie gut es sich anfühlt, mit dem Partner im Einklang zu sein? Indem wir merken, wie gut es uns tut, wenn wir einander zugewandt sind. Und uns mal nicht ablenken lassen: weder vom Trubel im Café, der um uns herum ist, noch von dem eingehenden „Pling“ einer Nachricht auf unserem Smartphone. Wenn wir den gleichen imaginären Tanz tanzen, zu dem wir nicht einmal die Musik anschalten müssen – wenn wir uns gegenseitig spiegeln.

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