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Das Nein in der Liebe

Liebe geht einher mit dem Wunsch nach Partnernähe und Verschmelzung. Aber auch das offene Nein und Abgrenzung sind wichtig für eine glückliche Partnerschaft, wie unser Autor erklärt

„Wer in der Beziehung Nein sagt, hat die Macht“

Diesen Satz habe ich neulich mal irgendwo gelesen und er hat mir zu denken gegeben. Gemeint sind offenbar Paare, bei denen ein Partner den anderen ständig ausbremst. „Wollen wir heute Abend mal wieder zu unserem Lieblingsitaliener?“ „Nein, mir ist heute nicht danach.“ „Ich möchte mit dir schlafen.“ „Nein, ich habe keine Lust.“ „Ich könnte mir gut vorstellen, eines Tages mit dir eine Familie zu gründen.“ „Nein, ich möchte keine Kinder.“

Wenn sich das Nein-Sagen chronifiziert und zu einer dauerhaften Haltung dem Partner gegenüber entwickelt, ist die Liebe in Gefahr. Es gibt leider viele Partnerschaften, in denen Nein-Sagen und eine ständig ablehnende Haltung als Machtinstrument eingesetzt werden, um den Partner zu kontrollieren beziehungsweise die „Hoheit“ über die Beziehung zu erlangen (häufig steckt übrigens eigene Verlustangst dahinter). Das Schlimme ist aber: Wenn der Ja-Sager den Nein-Sager wirklich liebt und ihn nicht konfrontiert (sich also auch mal ein Nein erlaubt), kann dieses Machtspiel langfristig nur in einer Katastrophe für ihn oder beide enden.

Die Gefahr des ständigen Nein-Sagens

Das „ständige Nein“ in der Liebe genießt zurecht einen schlechten Ruf. Und überhaupt: Die meisten Menschen verbinden mit der Liebe wohl eher ein gegenseitiges, bedingungsloses Ja. Zwei Menschen, die einander vollkommen akzeptieren, alle Schattenseiten des jeweils anderen annehmen. Ein Nein führt zu Distanz. Und Distanz hat mit Liebe nichts zu tun.

Ich möchte an dieser Stelle eine Lanze für das gelegentliche, wenn auch entschiedene Nein in der Liebe brechen, und behaupte:

Wahre Liebe braucht den beidseitigen Mut zum gelegentlichen Nein. Und das Vertrauen, dass ein berechtigtes Nein die Beziehung verbessert, nicht verschlechtert – wenn es sich um eine Beziehung handelt, die es wert ist, geführt zu werden.

Keine Liebe ohne ein gelegentliches Nein!

Denn nur wer Nein sagen kann, vermag es, Grenzen zu ziehen, sich abzugrenzen, auf sich selbst Acht zu geben und für sich selbst zu sorgen. Das heißt: Verantwortung für sich selbst zu übernehmen. Das ist so enorm wichtig, wenn wir gesund und glücklich bleiben wollen. Das ist wichtig, um für den Partner ein echtes Gegenüber mit eigenem Willen und eigener Persönlichkeit zu sein. Ein Gegenüber, das zu achten und respektieren leichtfällt.

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Über den Autor/die Autorin

André Martens

André Martens ist Philosoph und Psychologe. Er schreibt leidenschaftlich gern - nicht zuletzt über die Liebe. Ob wir uns diesem Phänomen mit Worten tatsächlich annähern können, ist seine große Lebensfrage. Und solange er die Antwort nicht kennt, schreibt er fleißig weiter.