Beziehungs-Wirrwarr – was will ich eigentlich?

In den ersten Monaten mit einer neuen Liebe hängt der Himmel voller Geigen. Man ist bis über beide Ohren verknallt und liebt einfach alles an seinem Gegenüber

Wir leben in den Tag hinein und nehmen alles so, wie es kommt. Doch irgendwann ist die erste Phase der Verliebtheit durch – es wird ernst. Zeit zu klären, wohin die Reise gehen soll.

Wer bin ich eigentlich – und wenn ja, wie viele?

Diese Frage sollten Sie allerdings zunächst erstmal für sich selbst klären. Und das ist leider gar nicht so einfach, wie es klingt. Denn im Prinzip ist es doch so: Heute wollen wir dies, morgen das. Wir entwickeln uns stetig weiter, manchmal vor, manchmal zurück. An einem Tag sind wir albern, naiv, spontan und verrückt wie mit 14, am nächsten Morgen sind wir erwachsen, vernünftig und wissen genau, wo der Hammer hängt. Doch wer wir wirklich sind und was wir vom Leben wollen? Ähm … keinen blassen Schimmer! Und im Prinzip ist das ja auch gar nicht so wichtig. Man muss ja nicht alles immer so genau definieren können. Wenn es aber um mehr als nur uns selbst geht, zum Beispiel in einer Partnerschaft, sollte man schon wissen, wer man ist, wo man steht und was man eigentlich will. Schließlich erwarten wir ja auch von unserem Liebsten eine (halbwegs) klare Position.

Der Beziehungs-Alltag

In einer Partnerschaft gibt es ein gemeinsames „Wir“, aber auch zwei individuelle „Ichs“. Und jedes „Ich“ hat sein Leben in den letzten Jahren für sich selbst gestaltet, besitzt andere Rituale und Traditionen, hat Freunde, Hobbies & Co. Der eine liebt vielleicht seine Freiräume, tanzt gern auf jeder Hochzeit und ist am liebsten jeden Abend unterwegs. Der andere ist vielleicht ein eher eigenbrödlerischer Mensch und verbringt auch gerne mal ein paar Stunden ganz mit sich allein. Wieder andere würden am liebsten jede Minute mit dem neuen Partner verbringen. Jeder Mensch ist anders. Doch zu welcher Art Mensch gehören Sie? Brauchen Sie Ihren Freiraum oder ist Zweisamkeit für Sie die absolute Maxime? Werden Sie sich darüber klar, welche Art von Beziehungs-Alltag Sie brauchen und besprechen Sie diese Vorstellung mit Ihrem Partner. Fragen Sie ihn natürlich auch, wie er die Sache sieht. Nur wenn Sie die Bedürfnisse des anderen kennen und respektieren – und gleichzeitig selbst respektiert werden – kann ein harmonisches Zusammenleben funktionieren.

We are family – oder lieber doch nicht?

Natürlich sprechen Sie Ihren Schatz nicht nach drei Wochen darauf an, ob er mit Ihnen irgendwann eine Familie gründen möchte. Wenn Sie aber für sich geklärt haben, dass Sie eines Tages unbedingt Windeln wechseln und Zahnfee spielen möchten (oder auch nicht), sollten Sie dieses Thema zur Sprache bringen. Denn: Hat Ihr Gegenüber in diesem Punkt eine andere Zukunftsvorstellung, wird Ihre Partnerschaft irgendwann zwangsläufig auf eine sehr harte Belastungsprobe gestellt werden. Klar, Menschen können Ihre Meinungen ändern (auch Sie natürlich), aber bei einem so fundamentalen Thema sollten Sie beide grundsätzlich auf der gleichen Welle surfen.


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