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Was macht Romantik wirklich mit uns? 3 Mythen über Romantik in der Überprüfung

Romantik entsteht in unserem Kopf. Romantik ist das, was wir daraus machen. So verschieden das individuelle Erleben ist, so hartnäckig halten sich doch 3 Mythen über Romantik. Wir klären ganz unromantisch auf

No news, no shoes – Inselromantik vom Feinsten

Vor einiger Zeit, als man noch unbeschwert verreisen konnte, waren mein Mann, unsere Kinder und ich auf einer dieser sonnenverwöhnten, wahnsinnig romantischen Inseln. Ihr wisst schon, weißer Sandstrand, Sonnenuntergänge bei herrlichen 30 Grad, Wasservillen und den ganzen Tag barfüßiges Nichtstun. Das allein schon – herrlich. Am letzten Abend unseres Aufenthaltes wartete jedoch eine Überraschung der besonderen Art auf uns, die Krönung der klassischen Romantik-Vorstellung sozusagen. Nichts ahnend kehrten wir nach dem fackelbeleuchteten Abendessen am Strand in unser Inseldomizil zurück. Vor der Tür stand der übliche Wäschewechsel-Minibar-Auffüllwagen des Housekeepings und ein sehr freundlicher Angestellter, der sich – etwas angestrengt wirkend über unsere unerwartet frühe Rückkehr – an unserem Bett zu schaffen machte. Was er da zu kreieren versuchte, ließ einem fast den Atem stocken. Vor allem ihm, denn er kam ganz schön ins Schwitzen. Unsere Kinder schauten seinem Treiben fasziniert zu und auf die Frage „Mama, was macht der Mann da?“ wusste mein Mann immerhin „Ich glaube, irgendwas Romantisches“ zu sagen. Während er also nun weiter seinen Basteleien mit einer großen Anzahl Handtücher und einer noch größeren Anzahl Rosenblätter nachging, verzogen wir uns etwas verlegen ins Badezimmer und putzten uns ungläubig kopfschüttelnd die Zähne. Als wir uns wieder raustrauten, hatte er seine Arbeit gerade beendet und stellte sich, vermutlich etwas Anerkennung erwartend, vor sein Kunstwerk und lächelte uns verschwörerisch zu. Wir dankten ihm peinlich berührt und möglicherweise etwas zu überschwänglich und waren froh, als er mit seinem Wäschewägelchen abzog. Um die Sache aufzuklären: Auf dem Bett standen zwei übergroße, kunstvoll aus Handtüchern gefaltete Schwäne, die ihre Frotteehälse zueinander neigten, so dass sie zusammen ein Herz bildeten. Drumherum lagen irrwitzig viele Rosenblätter, dass es schmerzte daran zu denken,  wie viele arme Pflanzen ihr Leben dafür hergeben und tausende Kilometer über das Meer angekarrt werden mussten. Um der Romantik noch die Krone aufzusetzen, waren diese Blättchen offenbar in kopfschmerzerregend viel Parfüm getaucht, was einem bedauerlicherweise den Appetit auf die bereit gestellten Pralinen (in Herzform, was sonst) etwas verdarb. Alle vier standen wir also fassungslos über diese, ohne Frage in der besten Absicht gemeinten, Dekoration vor dem Bett. Letztlich war es unsere Tochter, die uns aus der Situation half, indem sie die einzig richtige und absolut angemessene Frage stellte: „Wozu ist das gut?“

Die Antwort kennen wir nicht genau. Wir haben nur eine Ahnung über die, leider in diesem Falle offensichtlich falsch adressierte, Idee dahinter. Es ist nämlich so, dass weder mein Mann noch ich mit dieser Art Symbolik etwas anfangen können, noch dass sie zu irgendwelchen romantischen Stimmungen beitragen könnte. Glücklicherweise wussten wir beide, nach einem ganz kurzen Moment der Irritation, dass der jeweils andere diese romantische Schwanendekoration nicht in Auftrag gegeben hatte. Es ist schon mal beruhigend zu wissen, dass man nicht allzu unterschiedliche Vorstellungen darüber hat, wie und welche Emotionen durch was erzeugt werden können. Und über Schönheit und Geschmack lässt sich ja bekanntlich streiten. Wir waren uns ganz sicher, es musste sich um eine Verwechslung handeln und vermutlich sitzt jetzt ein frisch vermähltes Hochzeitspaar ohne Rosenblätter und Ideen zur weiteren Abendgestaltung in seiner Herberge. Immerhin hatten die nicht die Arbeit der Beseitigung dieses Dekorationsspektakels, denn schlafen lässt es sich auf derart vielen Handtüchern und Blütenblättern wirklich nicht gut.

Doch eines wurde uns an diesem Abend wieder einmal klar. Romantisch ist für uns nicht das, was andere dafür halten.

Es ist also ein guter Zeitpunkt, dass wir uns ein paar Mythen über die Romantik anschauen und hinterfragen, was wirklich romantisch ist.

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Über den Autor/die Autorin

Christiane Lénard

Christiane Lénard studierte Psychologie und Soziologie und leitete seit 2010 die wissenschaftliche Abteilung von Parship. Als Matchmaking Expertin weiß sie alles darüber, wer mit wem und warum wie gut zusammenpasst. Ansonsten versucht die Wahlhamburgerin ihre beiden Kinder und ihren Ehemann davon zu überzeugen, wie großartig es ist, im Dauerregen spazieren zu gehen. Da dies in der Regel erfolglos bleibt, vertreiben Sie sich stattdessen die Zeit damit, skurrile Interior- und Designläden aufzuspüren.