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Bewusst bisexuell: von dem Geschenk, auf beide Geschlechter zu stehen

„Was mich an Frauen so fasziniert? Ihre wunderschönen, zarten, weiblichen Körperformen. Wenn ich eine Frau küsse, fühlt es sich meist sinnlicher an, auf eine gewisse Art und Weise verspielt und schüchtern. Außerdem schätze ich ihre (oftmals) sensible, zugängliche und reflektierte Art. Hier geht es nicht bloß um Lust, sondern auch um Leidenschaft. Aber die gute Variante und nicht die, die Leiden schafft. An Männern hingegen fasziniert mich genau das Gegenteil: die kantigen Gesichter, Bartwuchs, ein breites Kreutz, hinter dem ich mich von jetzt auf gleich verstecken könnte. Ein abwechslungsreiches Spiel also.“ (-me-)

Wie alles begann

… Wann mir auffiel, dass ich mich zu beiden Geschlechtern hingezogen fühle? Das war bereits recht früh, ich meine ich war 13, knutschte mit zwei Freundinnen rum (Flaschendrehen – Klassiker) und realisierte schnell, dass diese Situation alles war – nur nicht seltsam. Ich verspürte das Bedürfnis scheinbar schon zuvor, denn alles wirkte recht vertraut – irgendwie selbstverständlich, auf jeden Fall normal!

Frauen kennenzulernen, fiel mir schwer

Im Laufe der Jahre ging ich dennoch ausschließlich mit Männern emotionale Bindungen ein. Es fiel mir oftmals schwerer, Frauen kennenzulernen. Gründe hierfür waren in erster Linie sicherlich Angst, weniger Erfahrung und das Gefühl etwas „nicht Normales“ zu tun. Außerdem trug meine etwas verkümmerte Mutter-Tochter-Beziehung dazu bei, dass ich mich im Umgang mit Frauen oftmals unsicherer und verlorener fühlte. Angst vor Ablehnung war das bestimmende Element. Alles wirkte anstrengender und konfliktbeladener. Allerdings kam der Konflikt in erster Linie von außen: Angst vor Stigmatisierung; Angst vor Degradierung; Angst vor Diffamierung. Zuhause redeten wir zudem nie über die Möglichkeit, auch mal eine feste Freundin oder weibliche Spielgefährtin mitzubringen. Meine Lust auf Frauen analysierte ich daher lange Zeit nur, bevor ich begann, sie wirklich auszuleben…

Für manche Menschen stellt Bisexualität auch heutzutage noch ein Mysterium dar. Sätze wie „Das ist bestimmt nur eine Phase“, Relativierungen à la „Ja ja, ich hab besoffen auch mal mit meiner besten Freundin rumgeknutscht“ oder noch besser Anfragen in Form von „Ach geil, ja dann steht einem gemeinsamen Dreier ja nichts mehr im Weg, oder?!“ sind nur einige Beispiele, die mich des Öfteren an der Aufgeklärtheit und Offenheit meines Umfelds haben zweifeln lassen.

Meine Sehnsucht war ihre Fantasie

Gerade von meinen derzeitigen Partnern fand ich diese Reaktionen immer besonders verletzend. Schließlich sagten sie mir damit, dass ich einfach nur verwirrt erscheine und schon noch meinen Weg finden werde, bzw. sie offenbarten mir somit direkt, dass meine Sehnsüchte für sie lediglich eine weitere geile Männerfantasie waren. Autsch! Natürlich durfte ich nebenbei Frauen daten und sie auch berühren, im besten Fall verführen – ist doch klar! Mehr Kopfkino für ihn und eventuell ja auch mal die Chance auf eine Vorstellung live & direkt.

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Über den Autor/die Autorin

Nadine Primo

Nadine studierte nach dem Abitur an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn Romanistik und Geschichte (Bachelor of Arts) und Internationale Geschichte der Neuzeit (Master of Arts). Aktuell arbeitet sie als Model und Ghostwriterin, um genug Zeit für ihre Recherchen und Gedanken zu haben und sich das Schreiben zu finanzieren. Das Reisen ist eine ihrer größten Leidenschaften, ebenso wie Literatur, Philosophie, Soziologie und (Kultur-)Geschichte. Als bisexuelle Frau in einer offenen Beziehung teilt sie sowohl auf ihrem Blog und Instagram persönliche Erlebnisse und spricht über (Bi-)Sexualität, (offene) Beziehungen und Achtsamkeit.