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Wenn Streitfreunde mit Streitfeinden zusammen sind

Streiten ist uns von klein auf als eine mögliche Variante der Kommunikation zwischen Menschen bekannt. Wir lernen Streit im Kleinen über Förmchen im Sandkasten kennen, beobachten ihn bei Eltern und Geschwistern und … Man zieht sich auf dem Schulhof an den Haaren, zuhause wird mitunter mal geschrien, es gibt den ersten großen Krach in einer Beziehung. An dieser Miniaturauswahl von möglichen Formen des Streits sieht man schon: Meist erinnern wir uns eher an die Art und Weise der Auseinandersetzung und weniger an ihren Inhalt.

Die entscheidenden Fragen sind hier:

  • Mit welchen Mitteln wird gekämpft?
  • Liegt der Streit an der Oberfläche oder schwelt er im Verborgenen?
  • Wie reagieren die Beteiligten im Verlauf aufeinander?
  • Und was passiert mit den Beteiligten, die sich ja eigentlich in ihrer Liebe einig sind?

Diese Liebe ist unser Zuhause: die Welt des gemeinsamen Geschmacks, der besprochenen Themen und bewerteten Ergebnisse. Streit bricht diese Sinngemeinschaft kurzfristig auf und wir fühlen uns in unserer Liebe tatsächlich bedroht. Im Streit fühlt man nicht mehr akzeptiert als das, was man ist, oder sich zu sein bemüht. Das tut weh, verärgert oder führt dazu, dass man übertrieben mauert.

Hinzu kommt, dass ein Streit, vor allem in langjährigen Beziehungen selten ‚herrschaftsfrei’ ist. Auf einmal landen die großen Themen wie Einflussnahme, Abhängigkeit und emotionale Nähe im Konflikt und schon stehen sich zwei eigentlich Verbundene misstrauisch gegenüber. Es ist dieses unterschwellige Ringen um Prinzipien, die es schwierig machen kann, einen Streit für beide Seiten und für die weitere Beziehung ausgehen zu lassen. Für einen ‚guten‘ Streit in einer Beziehung ist es wichtig, dass beide Partner ihn als möglichen Lösungsweg verstehen, um eine Einigung oder einen Kompromiss über ein Thema zu erzielen.

Ein Streit kann den Horizont erweitern

Dann nämlich kann ein Streit auch der Wahrheits- oder Entscheidungsfindung, sogar der Horizonterweiterung dienen und kommt zudem zu einem Ergebnis, das man sich gemeinsam erarbeitet hat.

Damit die gegenseitigen Standpunkte klar verstanden und akzeptiert werden, muss man seine eigene Position genauso in Frage stellen wie die des anderen. Wenn die Partner sich wirklich gleichwertig gegenüberstehen, kann ein Streit ein produktives Ende finden. Und wirkt zugleich auch klärender als übertriebene Zurückhaltung, wenn einem wirklich etwas auf der Seele brennt. Es gibt in einer Partnerschaft hunderte Möglichkeiten, einen Streit zu führen. Und zumindest eine davon ist ganz passabel: nämlich die, bei der man selbst entscheidet, welches Ende er findet und vor welchen Gefühlen man sich in Acht nehmen muss. Dann findet sich nicht nur eine Lösung und damit das Schönste am Streit: die Versöhnung!

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Über den Autor/die Autorin

Julia Malz

Julia Malz zog es 2001 aus dem Rheinland an die Elbe. Im neuen Heimathafen Hamburg schreibt sie seit 2009 als freie Journalistin und Autorin für Kunst-, Kultur- und Wirtschaftsformate. Die Inspiration für ihre Texte zieht sie aus der Literatur, dem schönen Leben und natürlich dem Wunder, das wir Liebe nennen.