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Wenn aus Fürsorge zu wenig Für und zu viel Sorge wird

Wer sich liebt, achtet aufeinander. Doch ab welchem Punkt nimmt die Fürsorge der Liebe die nötige Leichtigkeit und Luft zum Atmen?

Ihre Gedanken kreisen um Ihren Partner, Sie denken für ihn mit, machen sich einen Kopf um den anderen. Kurz: Wer glücklich ist und einander schätzt, hegt und pflegt, erkennt seine Wünsche und Bedürfnisse und geht sorgsam mit der Beziehung um. Hört man eine Weile nichts voneinander, kommen die Gedanken wie von selbst und man verspürt dieses leise Ziehen, die Sehnsucht, manchmal zusammen mit der Frage, ob es dem anderen gerade gut geht, was er macht, wann man sich wiedersieht und was man Schönes unternehmen wird. Zwischendurch ein „Hey, wie geht es dir“ oder „Ich denk an dich“ sind etwas Wundervolles.

Doch wann ist es zuviel des Guten?

1. Nehmen Sie dem Partner nicht seine Eigenständigkeit

Nachfragen sind fein, aber es kommt auf die Dosis an.

Ein Beispiel: Sie geht mit ihren Freundinnen aus, ein Mädelsabend ist geplant. Wenn nicht dauernd ihr Smartphone aufblinken würde: „Hey, ich bin grad beim Einkaufen – soll ich dir was mitbringen?“, gefolgt von „Soll ich Vanille- oder Schokoeis kaufen?“ über „Cherie, wo seid ihr gerade, habt ihr Spaß?“ bis hin zu „Du fehlst mir. Pass auf dich auf, wenn du im Dunkeln nach Hause fährst“, oder „Hattest du nicht gesagt, dass du vor einer Viertelstunde zuhause sein wolltest – wo bleibst du?“ usw. Von lockerer Mädelsrunde kann spätestens nach der fünften WhatsApp (die bitteschön in zwei Minuten beantwortet werden muss, damit der andere sich nicht noch mehr sorgt) keine Rede mehr sein.

Sicherlich, es gibt Paare, denen diese Art des Kümmerns gut tut, die sich so ganz besonders geliebt fühlen. Auf der anderen Seite gibt es genug Menschen, die bei einem solchen Verhalten einfach nur eines verspüren, das Gefühl, bedrängt zu werden und sich in einer Dauerschleife der Kommunikation mit dem anderen befinden zu müssen.

2. Bevormunden Sie Ihren Partner nicht

Jeder hat sein Steckenpferd. Es mag sein, dass Sie sich in einem Bereich besser auskennen als der Partner. Wohlgemeinte Tipps können jedoch schnell überheblich und als Rat-Schläge erscheinen, wenn Sie ungefragt Ihre Meinung kundtun – und das dauernd.

Ein Beispiel: Ein Paar sitzt zusammen im Restaurant und schnell wird allen Gästen klar, wer der Feinschmecker von beiden ist. Während sie einfach nur Pasta al olio essen möchte, schwärmt er ihr vom Thunfisch-Carpaccio und geschmortem Lammfleisch in Thymian-Honig-Soße vor und bedrängt sie, dies auf jeden Fall zu bestellen, um „auch mal ein Geschmackserlebnis zu haben“. Auch bei den Getränken lässt er kein gutes Haar an ihrer Wahl und legt ihr mit Vehemenz seine Wahl ans Herz. Hm, geht diese Liebe durch den Magen?

Ihre Partner wird Ihre Expertise, egal in welchem Lebensbereich, sicherlich schätzen. Aber geben Sie ihm zunächst etwas Zeit, sich selbst mit etwas auseinanderzusetzen. Solange Sie kein Mandat erhalten haben für Ihren Rat: Beißen Sie sich auf die Zunge und fragen Sie liebevoll nach, ob Sie unterstützen sollen: „Hey Goldstück, möchtest du, dass ich dir dabei helfe?“ Verneint Ihr Partner dies, nehmen Sie das an, haken Sie nicht nach. Das bedeutet nicht, dass er Ihre Meinung nicht wertschätzt, sondern einfach nur, dass er auf eigenen Beinen steht.

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Über den Autor/die Autorin

Vitesse Schleinig

Vitesse ist seit vielen Jahren im Auftrag der Liebe beruflich tätig. Ihr privates Glück kam dank Internet zustande: Ihre Beziehung nahm online ihren Lauf. Und noch heute senden sie und ihr Ehemann sich täglich digitale Liebesbotschaften. Mittlerweile sind die beiden zu dritt: Im Mai 2016 kam ihr Sohn zur Welt und stellt seither das Leben ordentlich auf den Kopf.