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Karriereberatung: Weiß der Partner, was gut für Sie ist?

Ich meine es ja nur gut!

»Schatz, das darfst Du Dir nicht gefallen lassen!« oder »Liebling, Du musst Deinem Chef jetzt endlich sagen, dass Du mehr Geld willst!« Kennen Sie solche Sprüche? Gut gemeinte Ratschläge gibt es in Beziehungen zuhauf. Am liebsten abends auf der Couch oder im Bett, wenn der Frust nach einem miesen Arbeitstag seinen Höhepunkt erfährt.

Wer möchte schon einen Miesepeter zuhause sitzen haben? Die natürliche Reaktion – und liebe Leserinnen, das betrifft vor allem Sie – ist Hilfe und gut gemeinter Rat. Denn so glauben Sie, nicht nur zu einer besseren Stimmung und Harmonie in diesem Moment beizutragen, sondern sogar etwas Gutes für die Zukunft zu leisten.

Wissen Sie, welche Ziele Ihr Partner im Beruf verfolgt? Was ihm im Job besonders wichtig ist? Viele meiner Klienten im Karriere-Coaching können dies nicht einmal für sich selbst sagen – wie also der Partner? Jeder Ratschlag entsteht im eigenen Kopf, auf Basis der eigenen Werte, Zielvorstellungen und des Weltbildes. Die eigene Sicht auf die Dinge muss aber nicht der Perspektive des Partners entsprechen. Auch wenn ein Ratschlag gut gemeint ist – nur wir selbst wissen am besten, was gut für uns ist.

5 Karriereberater Partner-Typen

Welchen der unten genannten Karriereberater-Typen haben Sie zu Hause? Wenn Sie bei allen den Kopf schütteln – herzlichen Glückwunsch! Dann ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass Sie mit Ihrem Partner oder der Partnerin auf Augenhöhe, wertschätzend und lösungsfokussiert über Ihre berufliche Entwicklung sprechen können.

1. Kräfte-Messer

Viele Partner vergleichen sich – manchmal auch nur unbewusst. Wer bringt mehr Geld mit nach Hause? Wer hat den angeseheneren Job? Wer erklimmt die Karriereleiter schneller? Wer hat den besseren Chef und die nettesten Kollegen?
Ratschläge von Kräfte-Messern basieren entweder auf dem Glauben »Wenn ich es schaffe, dann kann es doch für Dich nicht so schwer sein!« oder es steckt die Absicht dahinter, vom eigenen Partner hoffentlich nicht überholt zu werden. Letzteres würde natürlich so niemals ausgesprochen, doch im Kopf spielt es mitunter eine Rolle und findet dann auch versteckt im Ratschlag seine Wirkung.

2. Geld-Zähler

Auch wenn das Geld für viele Angestellte zunehmend zu einem nachrangigen Wert wird, um im Job glücklich zu sein, spielt es doch in der Partnerschaft oftmals eine bedeutende Rolle. Ratschläge von Geld-Zähler-Partnern zielen darauf ab, das Haushaltseinkommen zu maximieren. Prestige, gesellschaftliches Ansehen und hoher Lebensstandard sind ihnen wichtig. Der Beruf ist hierfür Mittel zum Zweck. Zählt Ihr Partner zu diesem Typ Karriereberater, ist es umso wichtiger, dass Sie sich bei beruflichen Entscheidungen über Ihre eigenen Werte und Ziele bewusst sind und entsprechend handeln.

3. Sicherheits-Fanatiker

»Nimm lieber die Stelle im Großkonzern als im Start-Up.« Blöd nur, wenn Sie gerne im Beruf Dinge bewegen und kurze Entscheidungswege bevorzugen.
Ratschläge von Sicherheits-Denkern haben das Ziel, die gemeinsame Zukunft, das gerade finanzierte Haus oder die junge Familie abzusichern. Risiko, Abenteuer und Herausforderungen erscheinen ihnen gefährlich. Geradlinige Karriereverläufe, am liebsten mit verbriefter Beamten-Sicherheit sind diesen Karriereberater-Partnern am liebsten.

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Über den Autor/die Autorin

Dr. Bernd Slaghuis

Dr. Bernd Slaghuis ist Systemischer Coach und Ökonom. Er ist Karriere-Coach sowie Experte für berufliche Neuorientierung und betreibt eine Coaching-Praxis in Köln. Als Führungskräfte-Entwickler und Strategieberater ist er für Unternehmen in ganz Deutschland tätig. Er hält Vorträge und gibt Seminare. Über seine Sichtweisen auf Karriere, Führung und Bewerbung schreibt er in seinem Blog Perspektivwechsel.