Das würden glückliche Paare heute anders machen

Auch in glücklichen Beziehungen werden Entscheidungen getroffen, die im Nachhinein nicht so super waren. Wir wollten wissen, wann sich Paare lieber anders verhalten hätten

Der Urlaub in New York, Maria und Georg

“Ja, lass uns viel Geld ausgeben!” Zehn Tage Manhattan schienen uns eine gute Idee zu sein. Aber als wir dort waren, stellten wir fest: eigentlich waren wir nur einander zuliebe hier. Es dauerte allerdings etwas, bis wir herausfanden, weshalb wir uns die ganze Zeit angrummelten und jeden Dollar misslaunig zweimal umdrehten: Wir beide dachten nämlich, für das Budget hätten wir drei Wochen auf einer schicken Insel verbringen können, ohne Immigration, ohne JetLag, Kurzstrecke und mit Sand zwischen den Zehen. “Ich dachte, du wolltest nach New York?” – “Ich habe nur dir zuliebe zugesagt.” – “Ich auch.” So ein Gespräch muss ich nicht nochmal führen. Wir klären das jetzt vorab, ohne gut gemeinte, aber falsche Rücksichtnahme.

Ihr wollt es doch auch nicht, Thorsten und Johannes

Wir hatten keine Lust auf unsere Eltern bei der Hochzeit. Eine Party sollte es werden, bloß kein gesetztes Essen mit Tischordnung. Lieber ein rauschendes Fest: locker und ausgelassen. Dabei hätten sie nur in der Ecke gestanden wie bestellt und nicht abgeholt, dachten wir. Die Feier war großartig. Aber unsere Eltern waren so schwer getroffen, dass wir sie nicht gefragt hatten. Vielleicht hätten sie tatsächlich wenig mit den anderen Gästen anfangen können – aber diese Entscheidung haben wir ihnen abgenommen. Heute wissen wir: Das ist ein Ereignis, an dem Eltern teilhaben möchten, selbst wenn der ganze Rahmen nicht so aussieht, wie sie ihn sich wünschen würden. Letztlich sind Eltern das doch gewohnt: Vieles würden sie sich für ihre Kinder anders vorstellen. Damit kommen sie schon klar. Ausgeschlossen zu werden, ist allerdings eine schmerzhafte Zurückweisung, die wir ihnen heute ganz sicher nicht mehr so antun würden. Und ganz ehrlich: Sie fehlten wirklich.

Der 30. Geburtstag in Australien, Maya und Henry

Australien war schon immer mein großer Traum. Dieses Land wollte ich unbedingt einmal bereisen. Und was eignet sich besser, als dies über den 30. Geburtstag zu tun? Ich war Feuer und Flamme und stürzte mich in die Planung. Mein Partner war allerdings von Anfang an skeptisch und wir stritten viel über dieses Thema. Letztlich willigte er nur mir zuliebe ein und die Streitereien gingen weiter. Letztlich hat uns das die komplette Vorfreude auf den Urlaub verdorben und auch vor Ort kam es immer wieder zu Auseinandersetzungen. Wir haben uns fest vorgenommen, nie wieder eine solche Entscheidung zu treffen, hinter der wir nicht beide stehen.

Mit Eifersucht umgehen, Kathi und Alexander

Was Exfreunde angeht, funktioniere ich etwas anders als andere Frauen. Ich schließe sie nicht komplett aus meinem Leben aus nach einer Trennung, sondern freue mich, wenn man in Kontakt bleibt. Natürlich habe nicht zu jedem Exfreund oder Flirt noch Kontakt, aber zu den zwei, mit denen ich besondere Momente durchgemacht habe, schon. Für mich ist das absolut ok, ich will sie auch nicht wieder als Partner haben, genieße es aber, auf dem Laufenden zu bleiben. Mein Partner sieht das komplett anders. Er hat nie wieder Kontakt zu Exfreundinnen gehabt und reagierte eifersüchtig, wenn ich mich mit Exfreunden zum Feierabendbier treffen wollte. Die Folge: Ich habe es ihm verheimlicht und hatte ständig ein schlechtes Gewissen. Natürlich ist es irgendwann aufgeflogen und wir hatten einen riesigen Streit. Obwohl meine Treffen mit meinen Exfreunden komplett harmlos waren und ich nur einem Konflikt aus dem Weg gehen wollte, war es für meinen Partner ein schwerer Vertrauensbruch und bestätigte ihn in seiner Eifersucht. Inzwischen haben wir die Situation offen geklärt und ich habe ihm meine die beiden “Exen” vorgestellt. Sie werden nicht die besten Freunde, aber nun ist er nicht mehr eifersüchtig. Aus heutiger Sicht würde ich solche Dinge direkt und ehrlich ansprechen und nichts verschweigen.

Skifahren lernen, Sarina und Christoph

Ich liebe Skifahren – ich stehe seit meinem 3. Lebensjahr auf den Brettern und habe fast jedes Weihnachten in meiner Kindheit mit meiner Familie im Schnee verbracht. Wenn man mich fragen würde, was ich lieber machen möchte – zwei Wochen Strandurlaub oder zwei Wochen Minusgrade in den Alpen, ich würde mich ohne mit der Wimper zu zucken für letzteres entscheiden. Klar, dass ich Christoph genauso für diesen in meinen Augen großartigsten Sport der Welt begeistern wollte. Zwei Skitrips haben wir zusammen gemacht, aber seine Begeisterung ist Meilen von meiner entfernt. Er hat einfach nicht die Leichtigkeit der Skifahrer, die Laufen und Parallelschwung gleichzeitig gelernt haben, Respekt vor der Verletzungsgefahr und mag Kälte auch schlichtweg nicht. Und auch mein Spaß hält sich in Grenzen, wenn ich immer am Fuß des Berges auf ihn, den Langsamen, warten muss. Meine Erwartung, dass er sich genauso begeistert auf die Ski schwingt wie ich, wurde nicht erfüllt und so gern ich mein Hobby mit ihm teilen würde – wir haben beide mehr Spaß daran, wenn wir die weißen Wochen nicht gemeinsam verbringen.

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