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Wie weit kann man sich verbiegen, ohne zu zerbrechen?

Mit zittrigen Händen drehe ich den Ring hin und her. Drei ineinander verschlungene Linien in unterschiedlichen Goldtönen. „So kannst du dir aussuchen, welches Gold dir am besten gefällt“, hast du gesagt. Drei kleine Steine funkeln in der Mitte. Hastig lege ich den Ring in die Schachtel und wische mir die Handflächen an den Knien ab.

Ich kann nicht

Du kommst nach Hause und siehst mich an. Dein Lächeln gefriert. Dein Blick wandert von mir zur Schachtel. Wieder zu mir.

„Es tut mir leid, ich kann nicht.“ Meine Stimme bricht. Ich schlucke den Kloß in meiner Kehle mühsam herunter und zwinkere die Tränen weg.

Du räusperst dich. „Aber ich liebe dich.“ – „Ich dich doch auch“, sage ich schnell. „Ich bin nur noch nicht so weit.“ Ich gehe einen Schritt auf dich zu. „Wirst du denn jemals so weit sein?“, fragst du leise. Ich sehe dir flehend in die Augen, suche deinen Blick. Doch du weichst aus.

Noch nicht

Ich weiß, was du von mir hören willst. Schon lange wünschst du dir den nächsten Schritt. Hast gewartet und gewartet. Ich wollte die Welt sehen, an einem Seil von einer Brücke springen, über den Wolken fliegen. Du hast mich machen lassen. Mir Zeit gegeben. Zurückgesteckt.

Ich wusste die ganze Zeit, was du von mir willst. Und ich dachte ehrlich, der Moment würde auch bei mir kommen. Es passt alles zwischen uns. Du bist meine Boje, zu der ich immer zurückkehre. Immer zurückkehren will. Aber mich daran festbinden will ich nicht. Noch nicht. Doch woher soll ich wissen, ob ich irgendwann bereit dafür bin? Ich kann es schließlich nicht erzwingen und mich selbst in einen goldenen Käfig sperren.

Gibst du mir je, was ich mir so sehr wünsche?

Ich überlege zu lang.

Du wendest dich ab. „Wolltest du jemals meine Frau werden?“ – „Ich will, dass wir zusammenbleiben. Wir sind doch glücklich!“ Du schüttelst den Kopf. „Ich bin es nicht.“ In deiner Stimme liegt Enttäuschung. „Ich liebe dich, und genau das ist das Problem. Ich komme nicht los von dir. Dabei wirst du mir wahrscheinlich nie geben, was ich mir so sehr wünsche.“ Du schaust mir tief in die Augen. „Eine Familie. Mit Ring, Kind, Haus und allem. Meinetwegen sogar mit einem verdammten Hund!“

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Über den Autor/die Autorin

Christiane Spooren

Christiane Spooren (geb. Mieth) liebt es, in Düsseldorf durch die Straßen zu ziehen und Menschen zu beobachten. In ihrem Blog Mieth me! schreibt sie Geschichten über alles, was ihr dabei begegnet, über Menschen und Freundschaften, das Leben und natürlich auch die Liebe.