Das bisschen Haushalt erledigt meine Mutter, sagt mein Mann…

Warum zeigt sich Felix erst jetzt von dieser Macho-Seite?

Solche Männer habe ich stets verachtet, die glauben, dass Frauen die Drecksarbeit machen sollen und können und müssen. Aber doch nicht Felix! Was für eine Enttäuschung, dass mein Liebster in diesem üblen Fahrwasser schwimmt. Das tut echt richtig weh, wenn ich mich derart in ihm getäuscht habe, wenn er insgeheim so etwas denkt, und es jetzt zum Vorschein kommt. Dann ziehe ich die Notbremse, dann mache ich Schluss. Das sind keine Petitessen, hier geht es ans Eingemachte. Eine gerechte Rollenverteilung ist für mich die Basis einer harmonischen Partnerschaft, vor allem auch dann, wenn Kinder da sind. Ich kenne Felix wirklich anders, er ist so aufmerksam und zugewandt gegenüber mir, generell gegenüber Frauen. Viele Macho-Männer fallen Frauen ins Wort, betreiben dieses entsetzliche „Mansplaining“, sie müssen immer mehr Gesprächsanteil haben als die Frau, sie zurechtweisen, sonst kommen sie nicht klar. Felix dagegen legt jedes Wort von mir auf die Goldwaage. Er lobt meine Urteilsfähigkeit über alles, meinen scharfen Verstand, meine Bildung. Ich hielt Felix für den lebenden Beweis dafür, dass absolute Gleichberechtigung möglich ist. Er sagt oft, ich sei schlauer als er, und dass er mich bewundert, ohne dass er irgendwie unterwürfig dabei ist. Wir sind auf Augenhöhe, das ist unser Liebes-Standard. Und nun will er mich zum Heimchen am Herd degradieren. Das ist bitter.“

Für Felix ist Annika auch eine andere geworden

Interessant: Auf eine bestimmte Weise ist Felix ebenfalls irritiert und verärgert über Annika. Er hat stets ihre Leichtigkeit und ihren Humor geschätzt, ihre Fähigkeit, die Dinge locker anzugehen. Er war davon überzeugt, dass Annika ihm zu der tollen Idee, dass seine Mutter putzt, gratuliert.

Felix: „Ich stehe in jeder Hinsicht hinter Annika, doch ich habe ebenfalls meine Abneigungen. Ich kann hysterische Emanzen nicht ertragen, dieses ganze zickige Gequatsche darum, dass die Frau bloß nicht unterdrückt wird. Jetzt entwickelt sich das alles in dieser Gender-Debatte zu einer komplett bekloppten Variante, jetzt ist die Sprache selbst auch noch frauenfeindlich. Annika hätte früher über so etwas gelacht. Sie hat die Opferhaltung gar nicht nötig, sie steckt jeden Mann in die Tasche, sie ist souverän und überlegen. Aber muss ich deshalb auf allen Vieren durch die Wohnung wischen, damit ich ihr beweise, dass Putzen auch Männersache ist? Das finde ich absurd. Ich habe schlicht und ergreifend einfach überhaupt keine Lust auf Putzen. Wer macht das schon gern? Und wenn meine Mutter, die nicht arbeitet und sich trotz einiger Hobbys oft langweilt, von sich aus anbietet, das für uns zu tun, why not? Das ist doch der entscheidende Punkt, sie tut das für Annika und für mich, sie nimmt uns beiden etwas ab. Annika stellt es so dar, als wenn meine Mutter putzt, und ich lasse putzen. Wie kann man das derart missverstehen? Meine Mutter wäre ein bis zwei Mal in der Woche gekommen, ich hätte ihr ab und zu etwas Schönes geschenkt. Annika und ich hätten mehr Zeit für uns gehabt. Die Rechnung geht doch auf. Meine Güte, das ist ein super Plan. Annika ist in dieser Sache päpstlicher als der Papst, völlig verspannt.“

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