Mutter werden: Eine emotionale Reise

Es ist ja nicht so, dass einem das vorher keiner sagt. Und doch: Das Ausmaß dieser emotionalen Reise ist kaum in Worte zu fassen. Und es braucht das Erleben, um endlich zu begreifen: Ich bin Mama

Es ist so: Sie wissen nichts, Sie haben keine Ahnung!

Sie können sich so viel vorbereiten wie Sie wollen, Bücher lesen, Kurse besuchen, sich mit dem Thema intensiv auseinandersetzen: Vor der Geburt eines Kindes tappen Sie vollkommen im Dunkeln. Man hat keinen blassen Schimmer davon, wie einen dieses kleine, gerade erst aus dem Bauch entschlüpfte Wesen völlig aus der Bahn werfen kann. Alle Vorsätze, Lebenspläne, Ansichten vom Sein und Leben aushebeln und von nun an bestimmen wird. Ihre Prioritäten werden sich gänzlich verschieben.

Vom Plan über das Chaos….

Mit Anfang Mitte 30 haben die meisten Menschen einen ungefähren Plan, wo die Reise des Lebens hingehen soll. In der Regel sind sie jobmäßig gut unterwegs, haben erste Aufstiegsmöglichkeiten in Sicht und den Partner fürs Leben vielleicht gefunden. Es kommen erste Fragen von Familie und Freunden zu den eigenen Kinderwünschen. Und ganz allmählich lässt einen der Gedanke nicht mehr los , dass es vielleicht gar keine so schlechte Idee ist, jetzt über Kinder nachzudenken. Dann wird man schwanger und die Metamorphose setzt langsam ein. Die richtige Verwandlung wartet aber noch auf den Moment der Geburt des Kindes. Mit radikalen Auswirkungen auf Erleben und Identität. Was vorher geordnet und geplant war, ist jetzt pures Erleben und Gefühl. Und Chaos. Denn man wird alles so nehmen müssen, wie es eben kommt. Um den Plan ist es geschehen. Ob wir wollen oder nicht, es beginnt nun eine Zeit der Entwicklung und am Ende werden wir ein anderer Mensch sein.

…zum neuen Lebensentwurf

Früher drehte es sich irgendwie doch immer um einen selbst. Schule, Ausbildung, Studium, Job – alles geschah nach eigenen Wünschen. Wir handeln unsere Lebensziele mit uns selbst aus, klar auch unter Beachtung der Erwartungen unserer Umwelt, aber vor allem doch weil wir etwas wollen oder nicht. Dann verlieben wir uns so richtig und echt und es beginnt sich etwas zu verändern. Plötzlich denken wir beim abendlichen Gang in den Supermarkt auch darüber nach, was der andere wohl essen mögen könnte. Der geliebte Mensch ist in unseren Gedanken, auch wenn er physisch gerade nicht anwesend ist.

Aber, und das ist wohl eines der am schwierigsten zu vermittelnden Gefühle überhaupt, die Liebe  zu unserem Partner ist nicht vergleichbar mit der zu unserem Kind. Wenn sich Ihr Partner dauerhaft daneben benimmt, werden Sie irgendwann Ihre Koffer packen. Mutterliebe dagegen ist bedingungslos und geht, und das ist der entscheidende Unterschied, mit der Verantwortung für ein neues Leben einher. Wir empfinden tiefe Liebe und die starke Verpflichtung, das Wohlergehen unseres Kindes sicherzustellen. Diese Dimension ist uns bis dato unbekannt. Sie ist auch mit nichts vergleichbar und erst durch das eigene Erleben zu verstehen. Es ist ein neuer Sinn dazu gekommen. Und das größte Glück. Versprochen.

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