Das 3-Konten-Modell – Reden wir schon über Geld oder streiten wir noch?

Geld in der Beziehung kann für Zündstoff sorgen. Dass dies aber nicht so sein muss, zeigen die finanz-heldinnen auch in ihrem Buch ‚Der Finanzplaner für Frauen‘. In einem Auszug geben sie konkrete Tipps, wie in der Partnerschaft das Thema gemeinsam angegangen werden kann und welche Möglichkeiten es gibt.

Geld und Liebe passen für viele auf den ersten Blick nicht gut zusammen. Dass dies aber eine wichtige Basis für eine Beziehung ist, versuchen wir im Rahmen unserer Initiative mit unterschiedlichen Formaten zu beleuchten. Ob im Online-Magazin, Podcast oder Instagram – das Thema Finanzen in der Beziehung sollte man nicht unterschätzen.

Ein konkretes Modell, das sich in der Praxis bewährt hat und von uns finanz-heldinnen empfohlen wird, ist das Drei-Konten-Modell bewährt. Jede*r behält sein Girokonto, und für alle gemeinsamen Ausgaben gibt es ein Gemeinschaftskonto. Das Haushaltsbudget sollte mindestens alle laufenden Kosten decken. Besser noch du planst mit deinem Partner bzw. deiner Partnerin so, dass jeden Monat ein Teil in eine Rücklage für unvorhergesehene Ausgaben fließt und ein Teil in gemeinsame Projekte wie den Urlaub oder die Wohnungsrenovierung.  

Ab wann braucht man ein drittes Konto in der Beziehung?

Ein Gemeinschaftskonto einzurichten ist sinnvoll, sobald man sich einen Haushalt teilt. Ihr müsst dafür nicht verheiratet sein. Für den Anfang empfiehlt es sich, die Finanzen über ein Guthabenkonto zu verwalten. Das monatliche Gehalt geht also weiterhin auf die jeweiligen Privatkonten.

Von den einzelnen Konten überweist jeder monatlich per Dauerauftrag den vereinbarten Anteil am Haushaltsbudget auf das Gemeinschaftskonto. Hierfür errechnet man sich alle Kosten und teilt diese auf. Unterscheiden sich die Einkünfte maßgeblich, kann man gemeinsam überlegen, ob der mehr verdienende Part prozentual zum Gehalt auch mehr von diesen Gemeinschaftskosten übernimmt. Die Finanzplanung bleibt überschaubar, da nur ausgegeben werden kann, was auf dem gemeinsamen Konto ist. 

Eine faire Aufteilung der Kosten ist entscheidend  

Jetzt stellt sich nur noch die Frage, wie man eine möglichst faire Regelung findet, wer wie viel in den gemeinsamen Topf hineinlegt. Eine Patentlösung gibt es nicht. Wir stellen dir zwei Möglichkeiten vor, die sich in unterschiedlichen Lebenssituationen anbieten. Natürlich kannst du im Lauf der Zeit zwischen den Varianten hin und her wechseln. Vielleicht findet ihr im Gespräch aber auch eine ganz andere Lösung.  

Möglichkeit 1: Die 50/50-Aufteilung  

Beide tragen jeweils die Hälfte der gemeinsamen Kosten. Das klingt fair und ist es auch, solange beide in etwa gleich viel verdienen. Tritt eine*r von beiden aber vorübergehend beruflich kürzer, weil vielleicht eine Weiterbildung oder Elternzeit ansteht, wird die Person mit dem niedrigeren Gehalt schlechter gestellt. Das wird früher oder später zu Streitigkeiten führen.  


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