unerhört: Ich möchte sie nicht verlieren

Freunde mit Vorzügen: Er wünscht sie sich als Partnerin. Doch vor allem möchte er sie nicht als Freundin verlieren. Kann sowas klappen?

Frage: Ich möchte sie als Freundin nicht verlieren

Wir waren Kollegen und wurden zu Freunden. Als sie die Firma und die Stadt verlassen hat, wurde mir klar, wie sehr ich mir mehr wünsche mit ihr. Also habe ich Initiative gezeigt und beim ersten Wiedersehen gestanden, dass ich mehr für sie empfinde. Für sie ist jedoch aus verschiedenen, unklaren Gründen, nur eine Freundschaft möglich – wenn auch mit Vorzügen. Darauf habe ich mich eingelassen – doch das hat alles nicht einfacher gemacht. Jetzt ist die Situation eskaliert und es ist fraglich, ob wir überhaupt Freunde bleiben können. Ja, ich wünsche sie mir als Partnerin. Doch vor allem möchte ich Sie nicht als Freundin verlieren. Kann sowas klappen?

Antwort: Wie würden Sie in ihrer Situation reagieren?

Grundsätzlich ist nicht unwahrscheinlich, dass aus Kollegen ein Paar wird. Immerhin beginnen jährlich viele, viele Beziehungen am Arbeitsplatz. Auch, dass aus Freundschaft mehr entsteht, ist durchaus möglich. Aber, es tut mir leid, dass ich Ihre Hoffnungen dennoch bremsen muss: Die Reaktionen Ihrer Kollegin sprechen eine deutliche Sprache. Zunächst hat Sie Ihnen gesagt, dass Sie sich keine Beziehung vorstellen kann. Grübeln Sie nicht über die Gründe, denn die haben nichts mit Ihnen zu tun. Die Beziehungsvergangenheit Ihrer Freundin haben Sie weder zu verantworten, noch können Sie ändern, welche Bilder, Wünsche und Ziele sich dadurch bei ihr entwickelt haben. Sie werden sie nicht davor „retten“ können, wenn sie das nicht möchte.

Sie haben nun weiterhin investiert bis zu einem Punkt, an dem Ihre Freundin nun erneut eine Grenze zieht. Fragen Sie sich: Wie würden Sie reagieren, wenn ein guter Freund oder eine Freundin eine Grenzüberschreitung bei Ihnen versuchen würde? Selbst wenn dieser Freund oder diese Freundin ein wunderbarer Mensch ist – sie ist aber nicht die Person, die Sie in diesem Moment so nah an sich und in Ihrem Leben haben möchten? Wie würden Sie vorgehen, was würden Sie tun – und was würden Sie nicht tun – um diese Person nicht zu verletzen und gleichzeitig sich selbst zu schützen?

Vielleicht stellen Sie sich auch die Frage, warum Sie nicht loslassen? Sie schreiben, Sie haben Angst, sie zu verlieren. Sie befinden sich damit in einer unbequemen und schmerzhaften Situation. Was also müsste passieren, damit Sie Ihre Furcht verlieren? Was kann diese Situation verändern und vor allem: Wer? Seien Sie dabei ehrlich zu sich selbst, denn Sie können Ihre Kollegin nicht ändern. Was müssten also Sie anders machen als in der Vergangenheit?

Was immer Sie tun: Tun Sie es anderes als bisher, denn die bisherige Strategie hat nicht funktioniert.

Ich kann Ihnen nicht aus der Ferne raten, wie die aussehen kann. Ich kann Sie nur einladen, mit einem Perspektivwechsel nach einer anderen Lösung zu suchen, die Sie glücklich macht. Sie tragen die Lösung dieses Problems bei sich.

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