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Wahnhaft verliebt oder einfach nur wahnsinnig verliebt?

Große Liebe oder großer Wahnsinn? Sind die Grenzen fließend?

Weil Oskar tatsächlich auf seine Freunde und auf seine Familie keinen verzweifelten Eindruck macht, weil er nicht wie ein Liebeskranker durch die Gegend läuft, scheiden sich an seinem Verhalten die Geister.

Für die einen ist das ein deutliches Zeichen dafür, dass Oskar jeden Sinn für die Realität verloren hat, denn einer, den es auf diese Weise erwischt hat, muss doch zwangsläufig leiden wie ein Hund, wenn er an das Objekt seiner Begierde nicht herankommt. Für die anderen ist die Gelassenheit von Oskar ein Indiz dafür, dass er eben nicht wahnhaft verliebt ist, sondern einfach unsterblich verliebt. Manche sagen auch, die Grenze zwischen beiden Zuständen sei fließend.

Seine Schwester Carla erklärt: „Vielleicht kann ich das als Frau besser verstehen, dass man nicht aufgibt, auch nach zwei Jahren nicht. Mich rührt diese Hartnäckigkeit von Oskar, fast beneide ich diese Paula. Ja, ich fände das vielleicht sogar toll, wenn jemand sich solche Mühe macht mit mir, ein Mann, der einen wie eine Göttin behandelt, das ist doch traumhaft. Da überlegt man es sich vielleicht wirklich noch, ob man diesen Mann nicht erhört. Ich nehme es auf alle Fälle ernst, dass sich vor allem die männlichen Freunde von Oskar Sorgen machen um, weil er sich so ins Zeug legt, ohne erkennbare Anzeichen von Gegenliebe bei Paula. Ich habe mich mit dieser Krankheit befasst, „Liebeswahn“, auch „Erotomanie“ genannt. Sie tritt oft zusammen mit anderen psychischen Erkrankungen auf wie Psychosen oder manisch-depressiven Schüben. All das hat Oskar nicht. Ich kenne kaum jemanden, der stabiler ist. Es gibt auch die Theorie, dass Menschen, die in ihrer Kindheit zu wenig Liebe bekommen haben, sich in einen Liebeswahn hineinsteigern können. Oskar und ich sind aber in einer extrem liebevollen Familie groß geworden. Wir sind mit Liebe eher überschüttet worden. Und so macht es Oskar jetzt mit Paula, er überschüttet sie mit Liebesbeweisen.“

Das macht Oskar wirklich, es könnte „spuky“ wirken, aber Oskar tut es eben auf eine charmante unaufdringliche Weise, die Paula nicht ernsthaft beklagen kann und bis jetzt auch nicht beklagt. Er macht ihr Komplimente, er stellt ihr manchmal Blumen auf den Schreibtisch, wenn sie irgendwie Hilfe gebrauchen kann, wenn sie zum Beispiel ihre Wohnung renoviert, bietet er ihr seine Unterstützung an. Er lädt sie immer wieder zum Essen ein oder ins Theater. Er hat ihr auch schon einmal gesagt, dass er in sie verliebt ist. Sie hat nichts dazu gesagt.

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Über den Autor/die Autorin

Birgit Ehrenberg, geboren 1962, ist Journalistin und studierte Philosophin. Sie begleitet und unterstützt Menschen mit ihrer Expertise in existenziellen Fragen zur Liebe und ist seit vielen Jahren erfolgreiche Autorin zum Thema. Auf beziehungsweise führt die Liebesforscherin mit Paarberater Eric Hegmann regelmäßig Gespräche über das Wesen der Liebe.