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Erste Dates – von Desastern, weichen Knien und Knutschflecken

Sicherlich ein großer Vorteil von offenen Beziehungen: Man kann immer wieder die Spannung und Aufregung von ersten Dates erleben. Unsere Kolumnistin Anna Zimt hat da auch so ihre Erfahrungen gemacht …

„Fuck, ich bin zu spät!“, denke ich und versuche panisch, Geldbeutel, Hotelkarte, Kaugummis, Taschentücher, Kondome, Puder und Lippenstift in meine winzige Handtasche zu stopfen. Ich weiß nicht, wie ich es immer schaffe, aber egal, wie viel Zeit ich einplane, um mich für ein erstes Date fertigzumachen, ich kriege es immer hin, dass ich kurz vorher schlimme Schweißausbrüche und rote Stressflecken im Gesicht erleide und all meine vorherige Coolness – die ich mir sehr gut selbst vorspielen kann – dahin ist. „Ich bin in 2 min unten“, tippe ich schnell in mein Handy, atme einmal tief ein und aus und checke mich noch ein letztes Mal im Spiegel. Ich trage eins meiner Lieblingskleider und meinen neuen leichten Mantel, die Haare fallen irgendwie süß über meine Schultern. Es könnte also schlimmer sein.

Erste Dates sind anstrengend. Und toll. Und furchtbar. Und stressig.

Und so aufregend, denke ich und ziehe die Berliner Hotelzimmertür hinter mir zu. Darum liebe und hasse ich sie gleichermaßen. Im besten Fall sind sie wie Überraschungseier: süß, spaßig und ein unerwartetes Abenteuer. Im schlimmsten Fall so unspektakulär und unbefriedigend wie kalte Pommes. Und weil wir es vorher nicht wissen und uns von unserer besten Seite zeigen wollen, treffen wir Vorkehrungen. Wir duschen, wir rasieren, wir deodorieren, wir parfümieren. Wir dekorieren das Gesicht und unseren Körper. Wir putzen uns heraus für den Balztanz der geschlechtsreifen Großstädterinnen. Vor allem dann, wenn wir glauben, dass das Date richtig toll werden könnte.

Und ich habe ein gutes Gefühl mit diesem Abend. Ich betrete den Fahrstuhl, drücke auf den Knopf, der mich in Richtung Lobby bringt und stelle mir vor, wie es wohl sein wird, ihn gleich das erste Mal zu sehen. Fabian. Noch nie habe ich einen Mann auf Instagram kennengelernt und dann auch wirklich ein paar Wochen später gedatet. Aber er gefiel mir auf Anhieb, mein Bauchgefühl stimmte und nach eineinhalb Runden Bilder-Like-Ping-Pong-Spiel schreib ich ihm: „Wenn ich jetzt nochmal ein Bild zurück like, wird’s komisch!“. Er raffte meine Nachricht. Er raffte meinen Humor. Vielleicht könnte er auch mich raffen. Und das mochte ich. Und ich mochte, dass ich mit jeder Nachricht und jedem Telefonat das Gefühl hatte, dass dieser Mann und ich eine sehr ähnliche Idee davon hatten, was wir uns von einem Date und einem Kennenlernen und einem „Vielleicht sehen wir uns nicht nur einmal“ versprechen. Eine entspannte, schöne Zeit miteinander. Gute, ehrliche Gespräche. Echtes Interesse an den Geschichten des anderen. Heißen Sex und wirkliches Fallenlassen. Keine komischen Spielchen.

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Über den Autor/die Autorin

Anna Zimt

Anna liebt Sex, erste Dates und ihren Mann Max. Die beiden führen eine offene Ehe. Sie ist Autorin, Songwriterin und noch ganz viel mehr. In ihrer Kolumne „Nacktaktiv“ schreibt sie für beziehungsweise über die Dinge, die sie nackt und nachts erlebt und über alles, was ihr so durch den Kopf geht, wenn sie mal nicht schlafen kann.

Weitere Stories aus dem Leben von Anna kann man in ihren Bücher "In manchen Nächten hab ich einen anderen" und "Leck mich - Wie ich lernte zu bekommen was ich will: Im Bett, in der Liebe und im Leben“ nachlesen oder in mit ihrem Podcast "Schnapsidee - der Podcast über Liebe, Love & sexy sein" hören.