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Wie Sie Ihrem Partner Ihre sexuellen Wünsche mitteilen, mit oder ohne App

Lena Lamberti kennt sich aus in Sachen Sex. Nun hat sie zusammen mit ihrem Partner die App XConfessions getestet, die verspricht, die geheimen Leidenschaften des Partners zu entdecken

Nur Blümchensex war gestern

Moderner Sex ist erfüllter Sex mit einer breiten Palette an Formen und Farben. Sich sexuell auszuleben und auf seine Kosten zu kommen, ist den meisten Menschen meiner Generation sehr wichtig. Doch je mehr möglich und gesellschaftlich akzeptiert ist, desto mehr gibt es auch auszuprobieren. Die Erotik hat sich vom Tante-Emma-Laden zu einer großen Mall mit den unterschiedlichsten Themenbereichen weiterentwickelt, in der man alles bekommen kann, was die eigene Libido begehrt. Doch je mehr Spielarten es auszuleben gibt, desto größer ist auch die Gefahr, dass die Partner in einer Beziehung nicht immer kongruente Bedürfnisse haben. Wie also damit umgehen, wenn einer der Partner etwas will, was außerhalb der gemeinsamen Sexroutinen liegt? Insbesondere dann, wenn diese Sehnsüchte extravaganter als das sind, was Sie bisher miteinander angestellt haben, braucht es oftmals ein wenig Mut, ehrlich auszusprechen, welche Ihrer Fantasien Sie gern miteinander ausleben würden.

Die XConfessions App – Starthilfe für Sexperimente

Um in solchen Situationen kommunikative Brücken zu spannen, gibt es diverse Apps. Das erste Mal hatte ich so etwas mit Mitte 20 in der Hand. Das neueste Angebot aus dem Hause Erika Lust heißt XConfessions und soll helfen, neuen Schwung ins Liebesleben zu bringen. Jeder der Partner kann – ähnlich wie beim Tindern – eine Vielzahl sexueller Vorschläge liken oder ablehnen. Beiden werden dann die gemeinsamen Matches angezeigt.

Da ich in meiner Beziehung in der Regel diejenige bin, die neue Akzente im sexuellen Miteinander setzt und gern Neues ausprobiere, schaute ich mir diese App also mal genauer an – erst einmal allein für mich, weil ich zuerst schauen wollte, was ich meinem Freund damit überhaupt vorschlagen würde. Schließlich ist er immer etwas vorsichtiger als ich, was sexuelles Neuland angeht.

Let’s go!

Beim Starten machen die Bilder von sich räkelnden nackten Körpern Lust auf mehr und stimulieren meine Sinne. Leider war das auch schon fast alles, was mir an dieser App so richtig gefiel, denn sie hat mich ansonsten wenig erregt oder meine Sinne beflügelt.

Als erstes legt man ein kurzes Profil an, das man dann mit seinem Partner und dessen Vorlieben verbinden kann. Danach geht es los und man klickt sich durch Vorschläge wie „Mit Freunden einen Porno schauen“, „Lass uns Fetische ausleben“ oder „Mach mir einen Einlauf“. Allerdings ist alles auf Englisch und da mein Porno-Englisch-Vokabular nicht das Beste ist, musste ich des Öfteren googlen, was damit überhaupt gemeint ist. Wenig davon spricht mich an, denn entweder sind die Ideen schon Teil unseres Sexlebens, wenig kreativ oder turnen mich eher ab. Denn bei vielen Vorschlägen denke ich leider „Oh Gott, wie krank! Warum machen das Menschen?“ Und das, obwohl ich sonst sehr wenig wirklich abstoßend finde und meinen sexuellen Horizont sicher deutlich weiter erkundet habe als die deutsche Durchschnittsfrau.

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Über den Autor/die Autorin

Lena Lamberti

Lena Lamberti ist Ärztin und Bloggerin. Im Dezember 2017 hat sie begonnen für ein Jahr auf Männer – bzw. auf Sex mit diesen – zu verzichten und schreibt unter oneyearnoguy.org über ihre Erfahrungen damit. Erstaunlich ehrlich öffnet sie dem Leser ihre Gefühle, hinterfragt sich, die Welt und ihre Vergangenheit. Sie scheut nicht davor sich verletzlich zu zeigen und den Blick hinter die Fassade einer modernen Powerfrau zu offenbaren, die doch eigentlich nur die große Liebe sucht und leider zu oft an den falschen Stellen danach gesucht hat. In ihrem Blog zeigt sie die Transformation auf, die sie durchmacht, während sie sich abseits des Datingswahns selbst findet. Eine ungewöhnlicher und spannender Weg zum Glück.