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Wer öfter Sex hat, kann dabei auch telefonieren

In fast jeder Beziehung weicht irgendwann die Leidenschaft der Harmonie. Unsere Gastautorin Mina Urban sagt: Kein Grund zur Panik!

Also eines gleich vorweg: Ich mag Sex und ich telefoniere gern! Schließlich weiß ich von der großen und belebenden Energie, die von einem erfüllenden Beischlaf und den „Neuigkeiten-verkündenden-Telefonaten“ mit meinen Freundinnen herrühren. Sexualität ist natürlich die intimste Form der Kommunikation, die Menschen (in der Regel zwei) miteinander teilen können. Wir ahnen von klein auf, was es mit dem Zauber der Geschlechter auf sich hat. Oftmals probieren wir eine Weile alles aus, bis wir die Erfüllung mit dem/der einen Partner/in gefunden haben.

Wenn es gut läuft (bei manchen schon nach einem halben Jahr, bei anderen erst nach vier Jahren), passiert es: Die anfängliche Verliebtheit wandelt sich in eine tiefe Liebe. Und diese Liebe fühlt sich vertraut an: Das Gefühl von Geborgenheit und die Wertschätzung für die Eigenheiten des anderen sind gewachsen. Eine dumme Nebenwirkung ist, dass die Lust dabei ein wenig auf der Strecke bleibt.

Ist Sex und Liebe dasselbe?

Jetzt gibt es zwei verschiedene Ansichten. Die einen sagen: „Wenn der Sex geht, stimmt in der Beziehung etwas nicht“, und die anderen sagen: „Wenn der Sex geht, ist das ein gutes Zeichen.“  Ich habe Paare und Einzelpersonen befragt, ob Liebe und Sex dasselbe sind. Es waren auch Personen dabei, die sehr darunter gelitten haben, im Moment keinen Sex zu haben, weil der Partner nicht konnte oder wollte. Alle haben mir bestätigt: Liebe und Sex sind zwei verschiedene Dinge. Sex ist nur ein kleiner Teil von Liebe. Und obwohl der Beischlaf weniger wurde, war die Liebe sogar noch tiefer geworden.

Wir können lieben – mit und ohne Sex. Wir können Sex haben und niemals dabei lieben. Sex kann weh tun, auslaugen, befriedigen und richtig anstrengend sein. Doch nur selten ist „er“ es allein, der uns mit dem Partner verbindet. Unser Herz sagt ja oder nein zu einem anderen und unser Herz ist es auch, das leidet, wenn wir mehr Zärtlichkeit haben möchten, als unser/e Partner/in es zulässt.  „65 Prozent der Männer und 54 Prozent der Frauen in einer festen Beziehung empfinden es als Problem, dass einer der beiden Partner keine oder weniger Lust auf Sex hat.“

Qualität ist wichtiger

Wer innerhalb einer Beziehung leidet, beginnt an der Liebe zu zweifeln. Unsere Gedanken bestimmen unser Leid. Die Liebe, wenn sie einmal wirklich da war, ist nur verschüttet. Anstatt uns auf die Häufigkeit des Geschlechtsverkehrs zu konzentrieren, sollten wir die Qualität mehr im Auge behalten. Einmal im Jahr erfüllender Sex ist sicher wertvoller für uns, als 52 Mal im Jahr unerfülltes oder gar liebloses Miteinander.

Die oft zitierte Statistik, die besagt: „Einmal in der Woche Sex ist normal“, setzt sich aus allen möglichen Paarvarianten zusammen – natürlich auch aus den frisch verliebten, die nicht voneinander lassen können und die Statistik in die Höhe treiben. Tatsache ist, dass fast 30 Prozent aller Paare innerhalb von vier Wochen einmal oder keinmal Sex miteinander haben (Daten von www.theratalk.de).

Und jetzt ist auch klar, dass die 30 Prozent, wenn es dann dazu gekommen ist, besser das Telefon aus dem Schlafzimmer (oder wo es gerade stattfindet) verbannen. Lassen Sie sich von einem Klingeln ablenken, ist direkt alles dahin und bis Sie dann wieder zum Zuge kommen, gehen schon mal vier Wochen ins Land.

Also:  Wer öfter Sex hat, dem schadet es nicht, wenn er dabei ans Telefon geht. Die anderen lassen es besser klingeln.

Eure Mina Urban

Sie möchten auch einen Gastbeitrag verfassen? Dann schlagen Sie uns Ihr Thema vor. Wir freuen uns auf Ihre Vorschläge und spannende und inspirierende Debatten rund um die Liebe.
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Über den Autor/die Autorin

Mina Urban

Mina Urban ist Schriftstellerin. Ihre Bücher handeln von Liebe, Beziehung und Weiblichkeit. Aufgrund ihrer privaten sowie beruflichen Erfahrung, hält sie Vorträge in Frauennetzwerken, Kulturcafés und Bildungseinrichtungen. Außerdem bietet sie Workshops und Beratungen an. Anfang 2014 erschien ihr Roman "Verschmähte Träume" in dem sie das Thema einer „Ehe ohne Sex“ erstmals aufgreift. Seit dem führt sie zu diesem Tabu ein Blog, bietet Webinare an und coacht Betroffene.