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Was tun, wenn es im Bett nicht läuft?

Was machen wir, wenn wir feststellen, dass unser Partner oder unsere Partnerin nicht so gut kochen kann? Oder eine Richtung bevorzugt, die uns nicht zusagt? Wir können aus Liebe einfach weiter essen, ohne etwas zu sagen. Aber ob wir auf Dauer damit glücklich werden?

Wir können sagen „Dein Essen schmeckt mir nicht.“ Das ist die Holzhammermethode. In diesem Fall erreichen wir vermutlich nur, dass der oder die andere sich zurückzieht und den Kochlöffel nicht mehr anrührt. Wir können unseren Liebsten oder unsere Liebste aber auch mit eigenen Ideen unterstützen. „Schau mal, heute koche ich für uns. Ich habe mir etwas ganz Besonderes ausgedacht.“ Wir können fragen „Hast du Lust, etwas auszuprobieren?“ Oder wir machen einfach. Wie hört sich das an? Schon viel besser, oder? Sind Sie interessiert? Neugierig? Fühlen Sie sich angesprochen und wertgeschätzt? Warum gehen wir dann nicht ganz genauso vor, wenn es um unser Liebesleben geht?!

Für unsere Lust sind wir selber verantwortlich

Auch beim Sex ist nicht jeder Mensch ein Naturtalent. Und nicht immer passen zwei, die sich lieben, auch im Bett von der ersten Minute an zusammen. Wir haben ganz unterschiedliche Wünsche, Fantasien, Erwartungen, Ideen und Erfahrungen. In unserer Sexualität bildet sich immerhin unser ganzes Leben ab. Die einen wünschen sich eine spirituelle Verbindung, während die anderen auf Abwechslung stehen. Wie viel Nähe und Intimität brauchen wir oder wie viel können wir vertragen? Wie offen gehen wir mit unseren Bedürfnissen um? Kennen wir diese überhaupt? Wir brauchen viel Mut, uns dem anderen zu offenbaren. Viel zu oft hält uns die Angst davor ab, auf Ablehnung zu stoßen. Wenn wir aber nicht sagen oder zeigen, was wir brauchen, werden unsere Bedürfnisse nur selten erfüllt. Wir werden unzufrieden und schieben dies nicht selten auf den Partner oder die Partnerin ab. Dann heißt es schnell, er oder sie sei schlecht im Bett. Wir sind aber für uns selber verantwortlich und können nicht darauf warten, dass der Partner oder die Partnerin von allein herausfinden wird, was zu tun ist. Damit möchte ich ausdrücken, dass wir unsere Lust und auch unsere Befriedigung selber in die Hand nehmen müssen.

Ein schönes Beispiel dafür ist eine Erwartungshaltung, die gar nicht wenige Frauen wie selbstverständlich an ihre Partner haben. Zuweilen spreche ich über den Orgasmus oder vielmehr um das Ausbleiben desselbigen. Allein klappt alles bestens, nur im Zusammenspiel mit dem Partner will sich der Höhepunkt nicht einstellen. Dann frage ich gern: „Haben Sie ihm gezeigt oder mit ihm darüber gesprochen, was er machen soll?“ Darauf kommt nicht selten ein empörtes „Nein! Das muss er doch selber wissen!“ Dann frage ich gern, ob die Frau selber für ihre Lust sorgt. Hm. Pause. Wie denn? Der Mann ist doch der Macher, der es der Frau im sprichwörtlichen Sinne besorgt. Naja, sie kann aktiv mitwirken, indem sie zum Beispiel selber ausprobiert, in welcher Stellung sie die wirkungsvollste Stimulation spürt. Oder sie kann mit ihren Beckenbodenmuskeln spielen und damit auf der körperlichen Ebene das Lustgefühl steigern. Das erfordert ein Umdenken. Nicht er ist schlecht im Bett. Sie holt sich nur einfach nicht, was sie braucht. Das Gleiche gilt natürlich auch anders herum. Ein Mann muss sich nicht beweisen, indem er sich wie das allseits bekannte Duracell-Häschen gebärdet. Auch er darf Nähe und Gefühle zulassen.

Nur gemeinsam können wir wachsen

Sex ist kein Leistungssport, bei dem wir unser Repertoire abarbeiten. Wir müssen keine Show abliefern. Das große Erlebnis findet vielmehr auf der emotionalen Ebene zwischen beiden Partnern statt. Die Lösung besteht also nicht darin, dem oder der anderen zu sagen, dass es im Bett nicht läuft. Es sei denn, wir haben es gerade darauf abgesehen zu verletzen. Nur wird das nichts ändern. Vielmehr können wir das Geleit geben und selber Verantwortung übernehmen. Was will ich? Was kann ich ändern? Warum traue ich mich nicht zu zeigen oder zu sagen, was mich erregt? Was kann ich für meine eigene Lust machen? Und warum traut sich mein Partner oder meine Partnerin nicht, zu sagen, was er oder sie wirklich möchte? Lasse ich ihm oder ihr dafür Raum? Habe ich den Raum? Und wenn wir ganz konkrete Ideen haben, können wir sie vorschlagen. Und zwar auf die Weise, wie ich es oben mit dem Kochen beschrieben habe: „Hast Du Lust, etwas auszuprobieren? Ich habe mir da etwas Schönes überlegt….“ Nicht warten, bis sich etwas ändert. Einfach machen.

  • wie viel sex macht glücklich
    Wie viel Sex macht glücklich?
    Wir leben in einer Leistungsgesellschaft und wollen immer mehr: mehr Gehalt, mehr Anerkennung, mehr Status. So ist das auch in unserem Liebesleben....
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Über den Autor/die Autorin

Anja Drews

„In der Liebe gibt es nichts, was es nicht gibt“ - Unter diesem Motto widmet sich die Diplom-Sexualpädagogin allen Fragen rund um Partnerschaft und Sexualität. In ihrem Blog und auch in ihrem Podcast schreibt und redet sie über alles, was unsere Sexualität betrifft. Informativ. Unterhaltsam. Aufklärend.