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Untrue: Ein Buch über weibliche Untreue

„Mit dem Freund zusammenziehen ist ein Lustkiller“

Meanas Arbeit und ihre Auswertung der Ergebnisse anderer legen nahe, dass diese Frauen vielleicht keine Ausnahmen darstellen, sondern die Regel. Genau wie die Erhebung aus dem Jahr 2017, zu der über elftausend Engländer und Engländerinnen im Alter von 16 bis 74 Jahren beitrugen und die ergab, dass Frauen, die mit einem Partner zusammenlebten, mehr als doppelt so häufig das sexuelle Interesse verloren wie Männer unter denselben Bedingungen. Das Gleiche galt für Frauen, die länger als ein Jahr in einer festen Beziehung lebten. »Studie zeigt: Mit dem Freund zusammenziehen ist ein Lustkiller«, verkündete Newsweek.

Eine Interpretation wäre, dass Frauen einfach das Geschlecht mit dem schwächeren Sexualtrieb sind. Eine andere hingegen, dass sie das ereilt, woran auch Meanas Probandinnen leiden: eine Art sexuelle Antriebslosigkeit, die durchaus überwunden werden könnte, wenn nur die Umstände passten. So viel also zur ollen Kamelle, dass Frauen eine behagliche, intime und gefühlsbetonte Langzeitbeziehung brauchen, um sexuell aufzublühen – im Gegensatz zu Männern. So viel dazu, dass Frauen unbedingt die Vertrautheit eines verlässlichen Partners brauchen, um Lust zu empfinden. Aus Meanas sorgfältiger Analyse ihrer Kohorte von Probandinnen, die begehren, endlich wieder zu begehren, und aus ihrer Rezeption der weiteren Forschungslage ergibt sich hauptsächlich eines: dass genau diese Nähe und Vertrautheit oft das Problem darstellen (wobei Meana betonte, bisher nur mit heterosexuellen Frauen gearbeitet zu haben).

Meana war weder die erste noch die einzige Fachfrau, von der ich hörte, dass heterosexuelle Männer zwar mit großer Wahrscheinlichkeit angäben, von regelmäßigem Sex mit ihren Langzeitpartnerinnen befriedigt zu werden, es sich bei Frauen jedoch ganz anders verhielte. »Die Ehe an sich macht oft schon aus etwas Routine, das einst gewagt und sexy war, und das beeinflusst besonders uns Frauen sehr«, erklärte sie, denn diese »Übervertrautheit« mit dem Ehemann sei für uns ein echtes Problem. In einem ihrer Vorträge erwähnte Meana auch, dass »plumpe Annäherungsversuche« (ein Ehemann oder Partner, der sich nicht die Mühe macht, verführerisch zu sein) und die Erschöpfung vom Bemuttern und Ehefrauendasein, der Verantwortung für sämtliche häuslichen Vorgänge im Paarhaushalt, ebenfalls dazu beitrügen, das weibliche Begehren unter null sinken zu lassen.

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