Startschwierigkeiten: Was hilft, wenn dem Partner die Erektion fehlt

Wenn es im Bett nicht klappt, weil er nicht “kann”: So können Paare mit Erektionsstörungen umgehen – ganz ohne Leistungsdruck und Stress. Ein Gastbeitrag von der Psychologin Dr. Gilda Giebel, Expertin zu den Themen Partnerwahl und sexuelle Funktionsstörungen

„Erektionsprobleme? Das haben doch nur alte Männer mit gesundheitlichen Schwierigkeiten. Dagegen gibt es doch Pillen.“ So oder ähnlich reagieren nicht wenige Frauen, wenn sie mit dem Begriff Erektionsprobleme konfrontiert werden. Dabei sieht es in der Realität ganz anders aus. Gerade junge Männer, die ihre Partnerin beeindrucken wollen, können an dem hohen Erfolgsdruck scheitern. Frauen beziehen dann die nicht vorhandene Standfestigkeit ihres Partners schnell auf sich, indem sie denken etwas falsch zu machen oder nicht attraktiv genug zu sein. Sie neigen dazu, bei Erektionsschwächen ihres Partners entsprechend gekränkt zu reagieren und sich zurückzuziehen. Das Paar macht keine gemeinsamen positiven sexuellen Erfahrungen, sondern verbindet sexuelles Erleben mit Scham und Versagen. Wie kommt man aus dieser negativen Spirale wieder heraus?

Zunächst mögliche organische Ursachen beim Urologen klären

Zunächst sollten die individuellen Hintergründe für die Erektionsproblematik des Partners verstanden werden. Es ist nicht ausgeschlossen, dass organische Ursachen vorliegen, die beim Urologen abgeklärt werden sollten. Wenn Ihr Partner jedoch in anderen Situationen, zum Beispiel spontan morgens oder bei der Masturbation Erektionen hat, ist die Erektionsstörung höchstwahrscheinlich psychischer Natur. Gerade zu Beginn einer Beziehung ist einerseits das Verlangen und die Vorfreude aufeinander groß, gleichzeitig sind aber auch die Erwartungen hoch und persönliche Unsicherheiten vorhanden, beispielsweise was den eigenen Körper betrifft. Jeder(mann) möchte sich von seiner besten Seite präsentieren, den anderen von sich und seinen Vorzügen überzeugen. Dieser Wunsch ist bei den meisten umso größer, je stärker sie verliebt sind und je eher sie sich den anderen als festen Partner wünschen.

Bei einem kurzen sexuellen Abenteuer sind die Konsequenzen für beide Seiten fast belanglos: wenn es nicht klappt oder der Sex schlecht ist, braucht man sich nicht wieder zu sehen. Hat man(n) sich so richtig verliebt, wäre ein Versagen bei den ersten Sexualkontakten ein größeres Problem, durch das er seine Wunschpartnerin oder sogar Traumfrau verlieren könnte. So betrachtet sind Erektionsprobleme fast schon als Kompliment für Frauen zu bewerten.

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