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Sex und Liebe sind nicht das Gleiche

Das Klischee sagt: Männer erleben Nähe durch Sex. Frauen brauchen Nähe, um Sex zu haben. Für beziehungsweise-Autor Leornard Anders ist Sex kein Beweis für Liebe, – aber wenn man sich liebt und Sex hat, dann ist das ein echt geiles Geschenk

Als ich vier Jahre alt war, ging ich in den Kindergarten und hatte meine erste „Freundin“. Ihr Name war Mareike (Name geändert) und wir verbrachten ganz viel Zeit zusammen. Wir schaukelten zusammen, spielten Mutter, Vater, Kind und wir gingen Hand in Hand. Und sie sagte auch, dass sie mich lieb hat. Dann gab es einen Kuss.

Als ich sieben Jahre alt war, wurde ich eingeschult. Auf dem Schulhof sah ich dann ein Pärchen, sie dürften beide 12 oder 13 Jahre alt gewesen sein, vielleicht auch älter. Und die beiden knutschten in jeder Pause herum, fummelten und sagten sich liebevolle Sachen ins Ohr. Und ich dachte nur: Muss Liebe schön sein! Ich wollte das auch haben. Kurz darauf schrieb ich meinen ersten Liebesbrief. Ich dachte, wenn ich eine Freundin hätte, könnte ich auch Sex haben. Leider wurde mein erster selbstgeschriebener Liebesbrief überall herumgezeigt. Ich wurde ausgelacht und mir wurde gesagt, dass mich niemals jemand lieben würde und ich als Jungfrau sterben würde. Ich wollte mir zum ersten Mal das Leben nehmen.

Als ich zehn Jahre alt war, kam ich in die vierte Klasse. Ich ging nach der Schule immer in den Hort. Und da war ein Mädchen. Ihr Name war Franziska (Name geändert). Sie war quasi meine erste Freundin. Und ich malte ihr dann ein Bild, auf dem ich zeigte, was passiert, wenn man Liebe macht. Ich hatte schon eine sehr genaue Vorstellung, wo man rein muss. Als ich Franziska das Bild zeigte, fuhr mich ihre Mutter nach Hause. Und wieder war ich enttäuscht. Meine Suche nach der großen Liebe ging weiter.

Als ich 12 Jahre alt war und wir frisch umgezogen waren, lernte ich Andrea (Name geändert) kennen. Sie wohnte nur zwei Eingänge weiter. Eines Tages haben wir Verstecken gespielt. Als ich sie dann fand, umarmte sie mich und küsste mich auf den Mund. Dann sagte sie: „Ich liebe Dich.“ Und lief mit hochrotem Kopf weg. Einige Tage später hatten wir unser erstes Petting. Leider blieb es bei diesem einen Mal, denn kurz darauf machte sie mit mir Schluss.

Als ich 13 Jahre alt war, starb der einzige Mensch, von dem ich mich bedingungslos geliebt fühlte. Ich fühlte mich mutterseelenallein und meine Träume von Sex und Liebe wurden unerträglich. Ich schrieb beinahe jedem Mädchen in meiner Schule einen Liebesbrief. Ich wollte mich nur ein Mal richtig geliebt fühlen.

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Über den Autor/die Autorin

Leonard Anders

Im Jahr 2015 wurde bei Leonard Anders eine narzisstische Persönlichkeitsstörung diagnostiziert. Kurz nach seiner mittleren Reife hatte er seinen ersten Zusammenbruch und mit ihm begann eine wahre Odyssee. Er war fast ein Jahr durchweg in der Psychiatrie, überlebte drei Suizidversuche, war obdachlos und kämpfte sich von ganz unten wieder nach oben. Nach erfolgreicher Aufarbeitung seiner verletzten inneren Kindanteile arbeitet Leonard Anders heute als Coach und Lebensberater und hilft Menschen dabei, ihre Glaubenssätze und Trigger aufzulösen.