Intimität genießen lernen

Mit welchen Mythen würdest du gerne aufräumen?

Es gibt viele Mythen und Glaubenssätze im Bett. Und genau diese halten uns häufig davon ab, lustvolleren Sex zu haben. Einige dieser Mythen sind:

•   Männer können und wollen immer.
•   Frauen die sich sexuell ausleben sind Schlampen und halten nichts von sich.
•   Männer sind für die Lust der Frauen verantwortlich.
•   Sex ist nur erfüllend, wenn man sich wirklich liebt.
•   Wenn er/sie mich liebt, dann wird er/sie schon wissen was ich mir im Bett wünsche.

Ich persönlich halte es für sinnvoll, wenn man sich selbst fragt, was für Glaubenssätze man hat und ob diese einen eventuell daran hindern, Sex mehr zu genießen.

Wie verändert sich das Erleben des Liebeslebens im Alter zwischen 20 und 30?

Dieses Jahrzehnt ist für viele Menschen eine Phase der sexuellen Selbstfindung. Gerade in diesen Jahren neigen viele Menschen dazu verschiedene Sexpartner zu haben und sie finden mehr und mehr heraus, was sie im Bett wollen und auch brauchen. Gerade Frauen finden häufig erst mit Mitte bis Ende zwanzig heraus, was sie sich wünschen. Natürlich generalisiere ich hier und spreche nur von Tendenzen.

Was kann die schönste Nebensache der Welt außer wild, leidenschaftlich und lustvoll noch sein?

Eine schöne Frage. Sie kann sehr viel sein. Zum Beispiel verbindend, sinnesraubend, heilend und manchmal auch lebensverändernd.

Untreue entsteht meist, wenn die Partner sich über ihre Wünsche nicht austauschen und diese mit anderen Personen ausleben. Wie können Paare lernen, über ihre Fantasien und Bedürfnisse miteinander zu sprechen?

In dem sie lernen, sich emotional voneinander abzugrenzen. Viele Paaren verschmelzen emotional – sie nehmen sich selbst ohne Partner nicht mehr wahr und zu ihrem Selbstbild gehört auch ihr Partner. Das führt dazu, dass Paare häufig die eigenen Bedürfnisse und Wünsche nicht äußern, da sie Angst haben, den anderen zu verletzen oder ihn sogar zu verlieren. Paare sollten also lernen, die eigenen Bedürfnisse und Wünsche zu äußern ohne die Gewissheit zu haben, dass der andere diese auch akzeptiert oder damit umgehen kann.

Also kann sexuelle Intimität als Kommunikationsform ein Paar zusammen bringen und halten?

Sex ist das intimste, was zwei Menschen tun können und daher ist es sehr verbindend. Wenn wir uns fallen lassen und uns dem anderen vollkommen hingeben, dann zeigen wir ihm unser Innerstes. Das ist häufig angsteinflössend, doch gleichzeitig baut es auch sehr viel Vertrauen, Intimität und Nähe auf. Sex kann also dazu führen, dass sich Paare nicht nur körperlich, sondern auch emotional näher kommen. Eine konkrete Anregung an die Leser: Wenn Sie das nächste mal einen Orgasmus haben, schauen Sie Ihrem Partner ununterbrochen in die Augen. Ich bin mir sicher, Sie haben selten etwas intimeres, intensiveres und schöneres erlebt.

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