Wenn das Haustier zum Beziehungskiller wird

Beziehungskiller Haustier? Wie können Paare Streit über ein Haustier verhindern und welche unterschätze Rolle Verlustangst dabei spielen kann.

Fürsorglich zu den Pferden, zu mir kalt und abweisend 

Distanz zwischen den Partnern entsteht, wenn einer von ihnen das Haustiere als Ersatz für Bindung erlebt. Falls die Distanz bereits zuvor erheblich war, was häufig der Fall ist, dann kann der Graben tatsächlich unüberbrückbar werden. Dann wird das Haustier zum Beziehungskiller. Wie im Beispiel zuvor wird dann die Ablehnung des Partners als Beleg genommen, dass man sich auf diesen nicht verlassen könnte. Eine sich selbst erfüllende Prophezeiung.

Und das zeigt auch, dass tatsächlich selten das Haustier das eigentliche Problem ist, sondern ein Symptom eines bereits bestehenden Konfliktes. Der kann ursächlich von der Beziehungs-Dynamik ausgehen (z.B.: ein Partner scheint nicht erreichbar für den anderen). Oder auch von ganz realen neurotischen oder Bindungsstörungen des einen oder des anderen Partners. Die zeigen sich dann in einem überkompensierenden Verhalten gegenüber des Haustieres. 

Kein Haustier ist Beziehungskiller von sich aus

Klar, es gibt Haustiere, die sind extrem einnehmend. In ihrer Art und Persönlichkeit und weil sie pflegeaufwändiger sind. Doch ein Paar, das sich als Team versteht, kann die Aufgaben zur Zufriedenheit beider (und des tierischen Begleiters) verhandeln. Dazu braucht es eine sichere Verbindung, die Gewissheit, wer nun langfristig die Priorität ist und wer nur temporär alle Aufmerksamkeit benötigt. Scheint jedoch die Verbindung unsicher, und wirkt es so, als sei das Tier die wichtigste Bezugsperson, dann wird die Paar-Dynamik darunter mittel- und langfristig schwer geschädigt. 

Aber so weit muss es nicht kommen! Zum Glück ist es ja doch meist so, dass beide Partner die Haustiere lieben und als Bereicherung ihres (gemeinsamen) Lebens erfahren.

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