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Warum Fragilizing Ihren Beziehungen schadet

Ich musste lernen, meine eigenen Wünsche zu äußern

Erst eine Therapie half mir dabei, das schlechte Gefühl, das ich empfand, wenn ich meine Wünsche an erste Stelle setzte, auszuhalten. Es war ein langer und steiniger Weg, denn mein ganzes Leben lang hatte ich gelernt, dass es leichter ist, nachgiebig zu sein und bloß keinen Konflikt zu riskieren, statt das zu tun, wonach mir wirklich war. Zwar fällt es mir inzwischen etwas leichter, „Nein“ zu sagen, dennoch dominiert das sogenannte Fragilizing zumindest in Gedanken meine zwischenmenschlichen Beziehungen. Die Angst, mein Partner könnte sich von mir trennen und meine Freunde könnten sich von mir abwenden, weil ich meine Abende anders gestalten möchte als sie, begleitet mich fast jeden Tag.

Dabei werden Beziehungen in der Realität gar nicht durch das „Nein“-sagen belastet, sondern durch das Fragilizing selbst. Stellen wir unsere Bedürfnisse immer wieder hinten an, weil wir uns davor fürchten, eine Freundschaft oder Liebesbeziehung zu gefährden, schlägt sich das früher oder später in dem zwischenmenschlichen Verhältnis nieder. Die Unlust auf gemeinsame Unternehmungen steigt mit jedem Mal, das wir uns zu einer Verabredung hinreißen lassen, die wir eigentlich gar nicht wollen. Und so wird aus Spaß irgendwann Pflicht. Nicht die beste Voraussetzung für eine funktionierende und gesunde Beziehung.

Die Befürchtungen sind meist unbegründet

Die meisten Menschen haben vollstes Verständnis dafür, wenn man sich ihren Plänen nicht anschließen und lieber etwas Anderes machen möchte. Vielleicht zeigen sie sich kurz enttäuscht, aber das ist noch kein Weltuntergang – und auch ganz sicher nicht das Ende einer Beziehung. Wenn ein zwischenmenschliches Verhältnis dadurch in Gefahr gerät, dass eine der beteiligten Personen „Nein“ sagt, ist das ein deutliches Zeichen dafür, dass man überprüfen sollte, ob die Beziehung wirklich auf Gegenseitigkeit, Verständnis und Vertrauen beruht. Immer die Person zu sein, die aus Angst vor Zurückweisung grundsätzlich nachgibt, ist jedenfalls nicht gesund – und bringt weder den Partner noch einen selbst irgendwie weiter.

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Über den Autor/die Autorin

Jana Seelig

Jana Seelig ist jung und schön, sie hat einen großen Freundeskreis, sie liebt ihren Beruf – und sie hat Depressionen. Es gibt Tage, an denen geht gar nichts. Dann muss sie sich oft gut gemeinte Ratschläge anhören, die zeigen, wie wenig ihr Umfeld eigentlich versteht, wie es ist, wenn man nichts mehr fühlt.