“Ich kann dich nicht riechen!” – Welche Rolle unser Eigengeruch beim Dating spielt

„Sie sah so scharf aus“, „Er hatte so eine sexy Stimme“ – beim Dating scheinen Seh- und Hörsinn besonders wichtig zu sein. Dabei haben auch (Eigen-)Gerüche einen enormen Einfluss auf die Partnerwahl! Ein Streifzug durch die faszinierende Welt der Olfaktion

Es kursieren tausende Tipps, wie man sich für ein Date am besten stylt und „aufhübscht”. Welche Gesprächsthemen okay sind und welche man lieber aussparen sollte. Welche Rolle die Stimmlage spielt und und und … Es wirkt so, als seien wir Menschen „Augentiere“, die anfänglich stark auf die Optik achten. Hinzu kommt dann noch ein bisschen „akustisches Beiwerk“. Dabei wird aber ein enorm wichtiger Sinn außen vor gelassen: der Geruchssinn. Und das, obwohl es gerade beim Dating und bei der Partnerwahl eine sehr wichtige Rolle spielt, ob man sich gegenseitig riechen kann. Das konnten Wissenschaftler über Jahrzehnte in zahlreichen Studien zeigen. Gemeint ist hier nicht künstlicher Wohlgeruch durch Parfüms, Deos, Cremes und Co., sondern unser natürlicher Eigengeruch.

Vom Schnüffel-Test zum perfekten Partner

Berühmt-berüchtigt sind inzwischen die so genannten „Schnüffel-Tests“, bei denen die Attraktivität eines Mannes oder einer Frau allein durch das Beschnuppern eines getragenen Kleidungsstücks beurteilt werden soll. Das Ergebnis: Einige Menschen können sich „gut riechen“ – bei anderen passt es überhaupt nicht. Im Fall, dass sich zwei Menschen nicht gut riechen können, ist eine Partnerschaft sehr selten. Selbst wenn sonst vieles gut zusammenpassen würde. Pointiert ließe sich sagen: keine Liebe ohne geruchliche Passung.

Aber warum ist das eigentlich so, dass sich manche Menschen gut riechen können und andere nicht?

Unsere „Ausdünstungen“ enthalten wertvolle Informationen

Eine intensiv erforschte Theorie geht davon aus, dass wir Menschen und unsere Vorfahren über Jahrmillionen gelernt haben, über die geruchliche Wahrnehmung bestimmter „ausgedünsteter“ Moleküle des Gegenübers wertvolle Informationen über sein Immunsystem zu gewinnen. Nämlich: ob sein/ihr Immunsystem gut zu unserem passt, sie sich beide biologisch in vorteilhafter Weise ergänzen (nämlich möglichst verschieden sind), wodurch letztlich das Überleben des potenziellen Nachwuchs wahrscheinlicher wird. Klingt vielleicht kompliziert und unromantisch, macht aber evolutionär total Sinn.

Das Besondere ist nun, dass wir diese geruchlichen Informationen nicht bewusst auswerten, sondern gewissermaßen nur beiläufig wahrnehmen. Wenn wir also nicht gerade an einem Schnüffel-Test beteiligt sind, wissen wir oft gar nicht, warum wir uns von einem Menschen angezogen fühlen, den wir möglicherweise optisch gar nicht so attraktiv finden. Oder auch andersherum. Eine Ausnahme stellen natürlich stark unangenehme Gerüche dar, die in uns Ekel auslösen und dadurch bewusst wahrgenommen und identifiziert werden. Also beispielsweise die Folgen mangelnder Körperhygiene unseres Gegenübers.

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